Rohstoffe und Währungen
Anleger mögen defensive Zertifikate

Privatanleger greifen am liebsten zu Produkten mit eher defensiverem Charakter. Derzeit haben sie insgesamt 57,8 Milliarden Euro in Zertifikate investiert. Derivate auf Rohstoffe und Währungen holen in letzter Zeit deutlich auf.

FRANKFURT. Wenn es um Zertifikate geht, greifen Privatanleger am liebsten zu Produkten mit eher defensiverem Charakter. Das sind Papiere, die den Investoren zwar durchaus attraktive Gewinne ermöglichen. Gleichzeitig bieten diese Zertifikate ihren Käufern aber mehr Sicherheit, als wenn diese direkt in eine Aktie oder einen Aktienindex investieren.

Um dies zu erreichen, sind diese Zertifikate zumindest mit einem Teilschutz des investierten Kapitals ausgestattet: Der Anleger verzichtet dabei auf Dividenden und bekommt dafür entweder die Aktie mit einem Abschlag oder er erhält neben Kapitalgarantien eine zusätzliche Renditechance. Besonders beliebt ist die Anlage in die Indizes wie den Deutschen Aktienindex (Dax). Dabei verwenden Anleger nicht nur reinrassige Indexzertifikate, die die Bewegung des Kursbarometers möglichst getreu nachvollziehen. Es gibt auch andere Sorten, etwa Garantiezertifikate, deren Basis ein Index ist. An zweiter Stelle auf der Beliebtheitsskala stehen die diversen Zertifikatesorten auf Aktienbasis, mit größerem Abstand folgen Papiere auf Rohstoffe. Dies ergibt sich aus der aktuellen Marktübersicht des Deutschen Derivate Instituts (DDI) für Juni, aus der sich die Umsatzentwicklung auf dem Zertifikatemarkt im ersten Halbjahr ablesen lässt. Das DDI wurde 2003 als Verein der Emittenten verbriefter Derivate gegründet und hat zum Ziel, den deutschen Derivatemarkt transparenter zu machen.

Derzeit haben Anleger insgesamt 57,8 Milliarden Euro in Zertifikate investiert, sind 14 Prozent mehr als am Jahresanfang. Das ergibt sich aus der Statistik des Derivate Forums, eines Branchenverbandes. Neun Emittenten liefern bis jetzt ihre Daten, demnächst sollen sich auch die DDI-Mitglieder beteiligen. Auf Grund des geschätzten Marktanteils der neun bislang an der Statistik beteiligten Emittenten von 60 Prozent rechnet das Derivate Forum das aktuelle Gesamtmarktvolumen auf 96,3 Milliarden Euro hoch.

Trotz nachgebender Aktien flossen nach Angaben des Derivate Forums im Mai frische Gelder in den Derivatemarkt. "Da zeigt sich, dass Anleger trotz oder gerade wegen fallender Märkte die Risikoprofile von Zertifikaten honorieren", interpretiert Siegfried Piel, Vorstandsvorsitzender des Derivate Forums. Insgesamt stecken 98 Prozent der Investorengelder in so genannten Anlagezertifikaten - und hier vor allem in Zertifikaten auf Aktien (86 Prozent) - der Rest entfällt auf spekulative Hebelprodukte.

Allerdings holen Zertifikate auf Rohstoffe und Währungen in letzter Zeit deutlich auf, seit Jahresanfang verzeichnet die Statistik zum Marktvolumen ein Plus von 60 Prozent. "Der Anteil der Rohstoff-Zertifikate ist zwar enorm gewachsen, trotzdem bleiben sie mit einem Marktanteil von zwei Prozent eine Nische", kommentiert Piel.

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