Rohstoffe
Wasser lässt Rendite fließen

Die Anbieter der Hedge-Fonds-Branche konzenrtieren sich verstärkt auf innovative Strategien. Das Interesse richtet sich zunehmend auf den Rohstoff Wasser. Denn der Wasserkonsum steigt jährlich um drei Prozent.

HB FRANKFURT.Kapazitätsengpässe und enttäuschende Renditen – das sind die Gründe, weshalb sich Hedge-Fonds vermehrt von Breitband-Strategien abwenden und auf attraktive Märkte und Strategien konzentrieren. Dominierten vor einem Jahrzehnt noch breit diversifizierte Dachfonds, die verschiedene Strategien vereinten, suchen Anleger heute nach fokussierten Produkten mit klaren Gewichtungen in einzelnen Strategien.

Hedge-Fonds stellen verstärkt Anlagethemen oder Branchen in den Mittelpunkt ihrer Strategie. Damit reagieren sie auf die schwindende Bereitschaft der Anleger, die teils willkürlichen Einschränkungen bei Investmentfonds zu akzeptieren. Andererseits können Spezialisten für die BRIC-Staaten oder den Gesundheitssektor so höhere Renditen erwirtschaften und sich im Markt einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Ein zentrales Anlagethema für die Asset-Management-Branche sind derzeit Rohstoffe. Fast im Gleichschritt zu den Kurssteigerungen haben die Manager von Investmentfonds, strukturierten Produkten und Hedge-Fonds dieses Thema entdeckt und passende Produkte emittiert. Das Interesse richtet sich zunehmend auf Wasser – ein Rohstoff, der immer knapper wird, für den es keinen Ersatz gibt und bei dem Engpässe die wirtschaftliche Entwicklung massiv bremsen können. Im Gegensatz zu Öl, Gold und Co. stößt dieser Rohstoff erst jetzt auf die Aufmerksamkeit der Hedge-Fonds-Manager.

Hintergrund für das wachsende Interesse am Wassermarkt sind das beschleunigte Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und der damit verbundene Anstieg des Lebensstandards, der den Wasserkonsum um jährlich drei Prozent steigen lässt. Gleichzeitig verhindern Umweltverschmutzung, das Abfallen des Grundwasserspiegels und die marode Wasserinfrastruktur, dass das Angebot mit der Nachfrage Schritt halten kann. Muss in Wachstumsnationen wie China die Wasserinfrastruktur erst aufgebaut werden, ist sie in vielen Industrienationen in bedenklichem Zustand. Dies bedeutet Wachstumschancen für die Wasserwirtschaft. „Noch sind die Wasserversorger zwar überwiegend in öffentlicher Hand, doch wird sich der Trend zur Privatisierung fortsetzen“, erwartet Hans Portner, Manager des Pictet Water-Funds. Der Experte rechnet damit, dass sich der Marktanteil privater Wasserunternehmen in den nächsten zehn Jahren in den USA von derzeit 19 auf 36 Prozent, in Westeuropa von 45 auf 53 Prozent und in China von sechs auf 16 Prozent erhöhen wird.

Daher erstaunt es nicht, dass sich Industriekonglomerate wie General Electric oder Siemens seit einiger Zeit durch Übernahmen von Wassertechnologie-Unternehmen und in Form von Private-Equity-Engagements in diesem Markt positionieren. Sucht man hingegen gezielt nach Wasser-Investments findet man außer zwei Investmentfonds, einer Hand voll Zertifikaten und einem spezialisierten Hedge-Fonds kaum Anlageprodukte. „Gründe dafür sind, dass der Wassermarkt fragmentiert und reguliert ist, dass es kaum reine Wasserunternehmen gibt und die Gesellschaften in den unterschiedlichsten Börsensektoren erfasst sind“, sagt Felix Schnella, PortfolioManager bei Dit.

„Während das Thema Wasser im traditionellen Asset-Management mehr oder minder vor sich hinplätschert, haben in letzter Zeit vor allem Commodity-Manager das kühle Nass als Spezialthema für sich entdeckt“, sagt Martin Klöck von Mundaun Financial Design, einem auf Hedge-Fonds spezialisierten Beratungsunternehmen. „Hedge-Fonds können Anlagechancen in einem solch fragmentierten Markt besser nutzen, da ihnen die ganze Bandbreite von gelisteten Aktien über Private Equity bis hin zu Commodities offen steht und sie kaum Restriktionen hinsichtlich der Anlagestrategien und -instrumente zu beachten haben.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%