Rohstoffzertifikate
Bei Zink droht Preisschmelze

Rohstoffbullen sind Überzeugungstäter. Sie gehen unbeirrt davon aus, dass Chinas Verbrauch von Industriemetallen ohne Pause weiter wächst und eine Abschwächung der US-Konjunktur locker abfängt. Das werde die Metallpreise schon oben halten.

Die USA seien eben nicht mehr der größte Verbraucher von Industriemetallen, China habe sie in dieser Rolle abgelöst. Letzteres zumindest stimmt - etwa bei Zink. Knapp die Hälfte der weltweiten Zinkproduktion von jährlich gut zehn Millionen Tonnen wird für die Beschichtung von Stahl als Schutz gegen Korrosion (Galvanisiseren) verbraucht. Ein Fünftel geht in die Herstellung von Metalllegierungen wie Messing. Chinas Weltmarktanteil liegt bei knapp 30 Prozent, die USA kommen lediglich auf zwölf Prozent. Das Reich der Mitte verbraucht in etwa so viel Zink, wie es selbst produziert.

Doch trotz der starken chinesischen Nachfrage mahnt die Preiskurve von Zink zu erhöhter Vorsicht, auch wenn die Lagerbestände historisch niedrig sind - die Vorräte an der Londoner Metallbörse LME verringerten sich binnen eines Jahres um rund 60 Prozent auf aktuell 68 250 Tonnen.

Da die Metallmärkte stark von spekulativen Hedgefonds getrieben werden, die sich an charttechnischen Signalen orientieren, gehört auch für Privatanleger immer ein Blick auf den Chart dazu. Nach dem jüngsten Preisrutsch unter die wichtige Unterstützungsmarke von 3 000 US-Dollar pro Tonne deutet sich für Zink eine bevorstehende Preisschmelze an.

So könnte sich für Rohstoffanleger das blinde Vertrauen in ein ungebremstes Wachstum Chinas bitter rächen - zumindest auf Sicht von einigen Monaten. Denn immer deutlicher zeigen sich auch im Reich der Mitte gefährliche Überhitzungserscheinungen, vor allem im Bau- und Kreditsektor. Mutige Anleger können mit einem Shortzertifikat auf fallende Zink-Notierungen setzen.

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