Rückgang um knapp ein Fünftel
Fondsanbietern brechen Einnahmen weg

Die Kreditkrise beutelt die Fondsbranche: Die Vermögenswerte sinken, außerdem ziehen Anleger Milliarden ab. Die europäischen Anbieter nahmen im letzten Jahr nur 41 Milliarden Euro ein, etwa ein Fünftel weniger als zuvor. Experten warnen vor "echtem Verlustrisiko."

FRANKFURT. In diesem Jahr dürften die Einnahmen der europäischen Fondsanbieter um knapp ein Fünftel auf rund 41 Mrd. Euro fallen. Das zeigen Handelsblatt-Hochrechnungen auf Basis von Zahlen des Londoner Fondsanalysehauses Lipper Feri. "Seit Beginn unserer Datenerfassung haben wir so einen Rückgang noch nicht erlebt", sagt Lipper-Feri-Leiterin Diana Mackay. "Die Erträge bei den Anbietern dürften noch stärker fallen als ihre Einnahmen, weil die Kosten wahrscheinlich gestiegen sind", sagt Murat Ünal, Vorstand der auf Asset-Management spezialisierten Beratungsfirma Funds at Work. Seiner Ansicht nach haben "einige Gesellschaften sogar ein echtes Verlustrisiko".

In der Hochrechnung werden die Vermögenswerte für die einzelnen Fondsgruppen auf Basis Juli für das vergangene und laufende Jahr verglichen. In Verbindung mit den durchschnittlichen jährlichen Verwaltungsgebühren für die jeweiligen Anlageschwerpunkte ergeben sich die entsprechenden Einnahmen. Im Betrachtungszeitraum sank das Fondsvermögen um 15 Prozent auf knapp 4,7 Bill. Euro (siehe "Bilanz der Verluste").

Am stärksten belastet waren die von heiklen Anleihen wie ABS betroffenen Geldmarktprodukte, deren Vermögen sich halbierte. Unter den volumenstarken Fondsgruppen litten Aktienportfolios am stärksten. Hier sackte das Kapital um gut ein Viertel von 2,2 Bill. auf 1,6 Bill. Euro. Die größte Fondskategorie stellt dank ihrer hohen Margen knapp die Hälfte der Gesamteinnahmen für die Branche in Höhe von geschätzten 19 Mrd. Euro für das laufende Jahr.

In den vergangenen zwölf Monaten und damit seit dem offenen Ausbrechen der Kreditkrise ist die Branche von mehreren Seiten unter Druck geraten. Am stärksten schlägt die Aktienbaisse zu Buche. Dadurch sinkt das Fondskapital, entsprechend fallen die daran gekoppelten Einkünfte aus der Verwaltungsgebühr für die Investmenthäuser. Massive Kapitalabzüge von Anlegern aus dieser Fondsgruppe drücken das Kapital zusätzlich.

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