Rücknahme- und Liquiditätsgarantie
Deka-Bank sieht Zukunft für offene Immobilienfonds

Die Deka-Bank verzeichnet derzeit bei ihrem offenen Deutschland-Immobilienfonds keine verstärkten Anteilsrückgaben durch die Anleger. „Die Rückflüsse bewegen sich börsentäglich im einstelligen Millionenbereich, die Lage ist stabil“, sagte Deka-Bank-Vorstandschef Fritz Oelrich dem Handelsblatt.

FRANKFURT. Die Kunden würden sehr genau zwischen dem Handeln der Deutschen Bank und dem Rest der Branche unterscheiden. Die Deka-Bank bleibe bei ihrer Rücknahme- und Liquiditätsgarantie für die Anteile, eine Schließung des knapp fünf Mrd. Euro schweren Fonds sei ausgeschlossen. Das Vorgehen der Deutschen Bank habe in der Branche „Unruhe und Erstaunen“ ausgelöst, außerdem sei das Image des Finanzplatzes beschädigt worden.

Die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate hatte vor einer Woche angekündigt, ihren weit über fünf Mrd. Euro schweren Fonds „Grundbesitz-Invest“ zu schließen. Dieser bislang einmalige Vorgang in Deutschland ist auf massive Kritik in der Branche gestoßen. Investoren können ihre Anteile damit vorerst nicht in Geld tauschen. Zuvor war bekannt geworden, dass die Bank die Immobilien neu bewerten will. Daraufhin hatten die Anleger nach Brancheneinschätzung Summen in dreistelliger Millionenhöhe abziehen wollen.

Trotz der Krise hält Deka-Bank-Chef Oelrich offene Immobilienfonds nach wie vor für eine attraktive Langfrist-Anlage. „Offene Immobilienfonds sind weiterhin eine sichere Alternative, das sind werthaltige Anlagen und keine Junk Bonds“, meint Oelrich, der bis zum Jahreswechsel kommissarisch an der Spitze des zentralen Fondsdienstleisters der Sparkassen steht. Er löste im März Axel Weber ab, der wegen des schlechten Krisenmanagements beim Deka-Immobilienfonds gehen musste. Die Deka hatte Milliardenrückflüsse seitens der Anleger zu verkraften, jedoch konnte sie den Fonds unter Oelrich stabilisieren und verlorenes Vertrauen der Anleger zurückgewinnen.

Die Einführung von Immobilienaktien - so genannten Reits - sieht Oelrich als Ergänzung und nicht als Ersatz für Immobilienfonds. Reits seien wegen der hohen Wertschwankungen nicht für die langfristige Geldanlage geeignet. „Innerhalb von drei bis vier Jahren können Reits um 30 oder 50 Prozent nach oben oder unten gehen“, warnt der Deka-Bank-Chef.

Für das gesamte Fondsgeschäft der Deka-Bank sieht Oelrich einen gespaltenen Verlauf. Der Absatz der Publikumsfonds laufe sehr rund, zum 30. September habe man einen Nettozufluss von 3,7 Mrd. Euro – inklusive aller Immobilienfonds – erzielt. Insgesamt verwalte die Deka-Bank jetzt gut 106 Mrd. Euro. Bei den Spezialfonds sehe die Lage aber anders aus, da müsse das Management die Ärmel hochkrempeln. Von Januar bis September seien netto 1,5 Mrd. Euro abgeflossen, insgesamt seien hier 47,5 Mrd. Euro „under management“. Im institutionellen Bereich spüre die Bank hohe Rückflüsse der Investoren, auch belasteten Auflösungen von Spezialfonds durch die Sparkassen. Die Landesbanken legten hier deutlich zu und hätten ein Plus von sechs Mrd. Euro erzielt.

Die fondsgebundene Vermögensverwaltung bleibe dagegen ein Wachstumsfeld. Hier kamen netto sechs Mrd. Euro hinzu, insgesamt verwalte die Deka-Bank dort rund 27 Mrd. Euro. Die Wertzuwächse lägen zwischen 4,08 und 27,8 Prozent, sagte Oelrich.

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