Rückschläge gelassen sehen
Internet-Boom in Asien schafft Kurspotenzial

Im Verhältnis zu den Unternehmensgewinnen sind asiatische Internet-Titel so preiswert wie selten zuvor in den vergangenen fünf Jahren. Diese These vertritt Nordinvest-Manager Volker Kuhnwaldt.

HAMBURG. Er sieht darin eine klare Chance, da „die wirtschaftliche Ampel bei den Internet-Unternehmen weiter auf Grün steht“. Allerdings dürfte die Weltkonjunktur nicht empfindlich gestört werden. Andernfalls würden die Anleger aus Sicherheitsgründen weiter ihre risikoreichen Aktien auf den Markt werfen, ohne Rücksicht auf Fundamentaldaten und Bewertungen.

Starke Kursschwankungen sind für den auf asiatische Internet-Aktien spezialisierten Fonds Nordasia.com nichts Ungewöhnliches. Während es in den vergangenen drei Jahren überwiegend steil nach oben ging, verzeichnete der bei der Hamburger Nordinvest aufgelegte Fonds im Mai allerdings ein deutliches Minus von 15,33 Prozent.

„Die jüngsten Kurseinbrüche an den Weltbörsen haben die asiatischen Märkte sehr hart getroffen, weil sie sich bis dahin besonders gut entwickelt hatten“, sagt Kuhnwaldt. Zudem hätten die Anleger ihre Risikofreude verloren und seien bevorzugt aus Märkten mit traditionell überdurchschnittlichen Kursschwankungen ausgestiegen.

Wachsen auch gegen die Konjunktur

Eine langsam abflauende Weltwirtschaft, wie sie derzeit allgemein erwartet wird, sieht Kuhnwaldt dagegen gelassen. „Die Internet-Industrie geht nicht mit der Konjunktur, sondern sie wächst aus sich heraus“, erklärt er. Am stärksten geschehe dies derzeit in Asien, wo die Internet-affine wohlhabende Mittelschicht besonders schnell wachse. Dies spreche für eine langfristig weiter überdurchschnittliche Wertentwicklung.

Mit einem Minus von 8,98 Prozent hat sich der JF Pacific Technology von JP Morgan im Mai vergleichsweise gut gehalten. „Wir hatten einige Nischenanbieter im Portfolio, die den Fonds stabilisiert haben“, sagt Fondsmanager Victor Lee. Dies treffe vor allem auf die Hersteller von Handsets, einer speziellen Handy-Komponente, zu. Stark gelitten hätten dagegen PC-Hersteller und Firmen, die vornehmlich in die USA exportieren.

Während Kuhnwaldt seine geografischen Schwerpunkte in Korea (39 Prozent) sowie in Japan und China (33 bzw. 22 Prozent) setzt, konzentriert sich Lee vor allem auf Titel aus Taiwan, die er mit 41,4 Prozent gewichtet hat. Sein Ausblick fällt aber ähnlich optimistisch aus: „Die Nachfrage in China und Indien ist noch immer stark, und in Japan erholt sie sich“, meint er und bevorzugt Unternehmen, die dort stark vertreten sind. Beim Exportgeschäft in die USA ist er dagegen wegen einer eventuellen Abschwächung der US-Wirtschaft und angesichts eines weiter zur Schwäche neigenden Dollars zurückhaltend.

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