Ruf nach guter Corporate Governance wird lauter – Institutionelle Anleger nutzen ihre Stimmrechte
Großaktionäre heizen Unternehmen ein

Die Anteilseigner machen mobil: Anfang April putschten verärgerte Kleinaktionäre gegen das Management der hoch verschuldeten Betreibergesellschaft des Eurotunnels. Der Ruf der Investoren nach guter Unternehmensführung (Corporate Governance) wird immer lauter- und im Gegensatz zu früher rufen sie nicht nur, sondern sie handeln

HB DÜSSELDORF. Die Anteilseigner machen mobil: Anfang April putschten verärgerte Kleinaktionäre gegen das Management der hoch verschuldeten Betreibergesellschaft des Eurotunnels. Im vergangenen September stürzten vier US-Pensionsfonds den Chef der New Yorker Börse Richard Grasso, nachdem dieser seine Bezüge veröffentlichte – ein Gehalts- und Pensionspaket in Höhe von 186 Mill. Dollar.

Der Ruf der Investoren nach guter Unternehmensführung (Corporate Governance) wird immer lauter – und im Gegensatz zu früher rufen sie nicht nur, sondern sie handeln. Ziel der Aktionäre ist es, die Missstände in Unternehmen mit schlechter Corporate Governance durch Druck auf das Management zu kurieren. Auch die deutschen Fondsgesellschaften haben sich der Bewegung angeschlossen.

Der vorläufige Höhepunkt der Entwicklung in Deutschland: Anfang April versagte die bis dahin zurückhaltende Fondsgesellschaft der Sparkassenorganisation, Deka Investment, Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp und seinen Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung die Entlastung. Zweieinhalb Wochen später gab Schrempp bekannt, dass der Autokonzern an der geplanten Kapitalerhöhung seines angeschlagenen Partners Mitsubishi nicht teilnimmt und die finanzielle Unterstützung stoppt. Bei dieser Entscheidung habe die harsche Kritik der Fonds auf der HV „sicher eine Rolle gespielt“, sagt Christian Strenger, Aufsichtsrat der Fondsgesellschaft DWS und einer der Corporate-Governance-Pioniere in Deutschland (siehe Interview). Nun fordert Deka-Fondsmanager Michael Schneider sogar Schrempps Rücktritt. „Auf der Daimler-HV wollten wir ein Signal an die Unternehmen setzen. Wir sind kein zahnloser Tiger“, sagt der Fondsmanager, dessen Gesellschaft 1,2 Prozent der Daimler-Chrysler-Aktien hält. Die Deka habe „zeigen wollen, was alles machbar ist, wenn Corporate Governance unbefriedigend abläuft“.

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