Schadenersatzklagen
Neuer Ärger bei Fonds der DZ Bank

Heimliche Rückvergütungen bringen Volks- und Raiffeisen-Banken in die Bredouille. Hintergrund sind Schadenersatzklagen von Kunden, die in den 90er-Jahren in geschlossene Immobilienfonds der DG Bank investiert hatten. Zwölf der 50 Fonds stecken in finanziellen Schwierigkeiten, insgesamt 22 000 Kunden sind betroffen. Jetzt wollen die ersten klagen.

sos FRANKFURT. Der Grund für die Klagen: Ihre Banker kassierten Provisionen für die Vermittlung der Fonds, sagten den Kunden aber nichts davon. „Über derlei Rückvergütungen hätten die Berater den Kunden informieren müssen“, moniert Anlegerschutzanwalt Niels Andersen von der Kanzlei Tilp. Schließlich müsse der Kunde wissen, ob die Bank ein Produkt empfehle, weil es ihr hohe Provisionen bringe oder weil sie tatsächlich davon überzeugt sei. Ähnlich habe bereits der Bundesgerichtshof im vergangenen Dezember geurteilt. Derzeit klagen drei Anleger auf insgesamt 350 000 Euro Schadenersatz. Weitere Klagen sollen folgen. Betroffen sind die Stuttgarter Südwestbank, die Volksbank Wiesbaden und die Volksbank Stutensee-Hardt, nahe Karlsruhe. Die DG Bank ist inzwischen in der DZ Bank aufgegangen.

Eine Klage liege ihnen nicht vor, so die Banken. Kick-Backs (heimliche Rückvergütungen) seien kein Problem gewesen. „Wir hätten gar nicht aufklären müssen“, sagt Claus Schneider, Justitiar der Südwestbank, zudem seien etwaige Ansprüche der Anleger verjährt. Man sei mit Anwälten im Gespräch, hieß es in Wiesbaden, äußere sich aber nicht zu laufenden Verfahren. „Für den Verkauf der Fonds gab es bankübliche Provisionen “, räumt Walter Rüttenauer, Vorstand der Volksbank Stutensee-Hardt ein. Kunden gegenüber habe man das nicht thematisiert. „Die Provisionsfrage war damals nicht so virulent.“

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