Schariakonforme Anlagen
Islam-Fonds im Sog der Krise

Derivate und Futures sind für islamkonforme Fonds verboten. Damit schützte die Scharia die muslimischen Anleger vor der Finanzkrise. Doch nun müssen auch die Islambanken Verluste ausweisen: Die Fonds haben zu stark auf Energie- und Immobilientiteln gesetzt - und schneiden deutlich schwächer ab.

DÜSSELDORF. Islamische Bankinstitute und Islamische Fonds funktionieren zwar nach anderen Prinzipien als das konventionelle Banking. Doch sie können sich von den westlichen Märkten nicht abschirmen. "Schariakompatible Aktien sind ebenso anfällig auf die globale Abwärtsbewegung wie konventionelle Papiere", sagt Alka Banerjee von Standard & Poor?s. Der Dow Jones Islamic Market Index ist in den vergangenen zwölf Monaten um 42 Prozent gefallen. Damit hat er eine mit dem Dax vergleichbare Bewegung mitgemacht.

In der ersten Jahreshälfte waren Islamische Fonds noch von den Turbulenzen auf den westlichen Finanzmärkten abgeschottet. Weil komplexe Finanzinstrumente wie Derivate oder Futures nicht gestattet sind, haben Islamische Institute und Islamische Fonds die ersten Monate der Finanzkrise einigermaßen unbeschadet überstanden. Zudem sind Islamische Institute nicht von Ratingagenturen abhängig, deren Urteil sich auf die Finanzierungskosten auswirken. Da für Islamische Banken nur reale Vermögensteile relevant sind, können sich ferner keine toxischen Aktiva in den Bilanzen ansammeln.

Im dritten Quartal hat es die islamischen Banken aber dennoch voll erwischt. Das sei eine Folge der starken Gewichtung von Energie- und Immobilientiteln, sagen Analysten in Dubai.

Zumindest im Mittleren Osten, in Asien und im südlichen Afrika können Manager von Islamischen Fonds aber optimistisch in die Zukunft blicken. Religiöse und nationalistische Gefühle, die bei Moslems als Folge des amerikanischen Krieges gegen den Terror im Trend liegen, geben dem Islamic Banking Auftrieb. Der Markt für Islamische Produkte wachse pro Jahr um 15 bis 20 Prozent, schätzt die FTSE Group. Auch viele konventionelle Banken bieten deshalb Sharia-konforme Produkte an. Viele Anleger sehen darin eine Alternative zu den konventionellen Anlageinstrumenten. Im Nahen Osten und in Asien würden sich Anleger von Islamischen Banken einen Schutz vor den Wirren der Finanzmärkte erhoffen, sagt Kamran Butt, Leiter Aktien Research Middle East bei der Credit Suisse in Dubai.

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