Schiffsfonds Fonds profitieren von der ungebremsten Gier nach Öl

Bisher galt: Spezialboote, die Bohrinseln auf hoher See positionieren und versorgen, sind für Schiffsfonds-Anleger lukrativer als Containerschiffe. Doch nun werden die Forderungen lauter, Tiefseebohrungen zu stoppen. Bringt die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko auch diese speziellen Schiffsfonds in Bedrängnis?
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Schlepper zieht eine Ölplattform: Trotz der Katastrophe im Golf von Mexiko wird die Ölförderung auf hoher See weitergehen. Quelle: ddp images/Hero Lang

Schlepper zieht eine Ölplattform: Trotz der Katastrophe im Golf von Mexiko wird die Ölförderung auf hoher See weitergehen.

DÜSSELDORF. Seit der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko werden die Forderungen lauter, Tiefseebohrungen zu stoppen. Sicher ist, dass es Bohrgenehmigungen wohl zumindest nicht mehr so einfach geben wird wie früher. Haben Schiffsfonds-Anleger, die ihr Geld statt wie eigentlich üblich in Containerschiffe und Massengutfrachter lieber in Spezialboote investierten, die Bohrinseln auf hoher See positionieren und versorgen, am Ende doch auf die falschen Schiffe gesetzt?

Vor zweieinhalb Jahren begann der tiefe Fall der Charterraten für Containerschiffe. Für Anleger vieler Schiffsfonds bedeutete dies Ausschüttungsausfälle, teils Rückzahlungen bereits erhaltener Ausschüttungen und in extremen Fällen sogar die Insolvenz ihres Fonds.

Den Anlegern, die in Schiffe für Ölplattformen investierten, ging es bislang besser. Die entsprechenden Fonds haben die Wirtschaftskrise besser gemeistert als die Fonds mit Containerschiffen.

Es geht um zwei Schiffstypen: Sogenannte Plattformversorger beliefern Bohrinseln mit Ausrüstung, haben Feuerlöschsysteme an Bord, können Verletzte bergen und Verschmutzungen durch austretendes Öl bekämpfen. Mit sogenannten Ankerzugschlepper werden Plattformen positioniert und verankert. Die Mieter der Schiffe sind primär die großen Ölkonzerne.

Bringt das Desaster vor der US-Küste nun auch diese speziellen Schiffsfonds in Bedrängnis? Nein, meinen Experten. Das stärkste Argument: Wegen des weltweiten Energiehungers kann auf Tiefseebohrungen nicht verzichtet werden. Um die voraussichtliche Nachfrage im Jahr 2015 befriedigen zu können, müsste die Hälfte des dafür nötigen Öls aus der Tiefsee gefördert werden, stellte die Internationalen Energieagentur (IEA) kürzlich fest. Zu diesem Zweck wird die Förderung vor den Küsten Brasiliens und Westafrikas ausgebaut. Auch die Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee sind noch nicht komplett ausgebeutet und gerade machen Meldungen von neuen Ölfunden vor Grönland die Runde. Weil die Förderung aus dem Meeresboden weitergeht, empfiehlt IEA-Chefökonom Fatih Birol, die Plattformen technisch aufzurüsten und damit sicherer zu machen.

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