Schiffsfonds
Pötte mit Puffer

Hohe Einstandspreise und stagnierende Charterraten machen Schiffe derzeit zu riskanten Investments. Einige Schiffsfonds bieten trotzdem sichere Einnahmen.

Die Halong-Werft im Norden Vietnams um die Mittagszeit. Die Stimmung unter den hochrangigen Besuchern ist blendend. Der Vizepremier Nguyen Tan Dung ist gekommen, ebenso der britische Botschafter Robert Gibbon. Sie erleben den Stapellauf der Florence, des größten Schiffes, das je in Vietnam gebaut wurde. Doch plötzlich stören aufgeregte Werftarbeiter die Feier: Wasser strömt ins Innere der 190 Meter langen Florence. Ein loser Balken der Holzrampe, auf der das Schiff ins Wasser gerutscht war, hat ein Leck in den Rumpf gerissen. Hektisch schaffen Arbeiter Pumpen herbei, mit letztem Einsatz verhindern sie, dass der Ozeanriese sinkt.

Besonders entsetzt beobachtet Hugh Williams die Szene. Der Chef des walisischen Schiffsbetreibers Graig Group weiß: Die Jungfernfahrt des dringend benötigten Frachters wird sich um Monate verzögern. Williams hatte auf die Vietnamesen gesetzt, weil sich die etablierten Werften derzeit vor Arbeit kaum retten können und weil sie für neue Aufträge horrende Preise verlangen.

Der Boom bei den Schiffsbestellungen konfrontiert Investoren nicht nur mit technischen Problemen wie an jenem Apriltag. Die Gefahr: Sie kaufen jetzt teuer ein und verdienen später weniger als erhofft, weil die Charterraten sinken. Die Sorge ist begründet, seit ihrem Höhepunkt 2005 sind die Schiffsmieten bereits deutlich gesunken. "In den nächsten beiden Jahren wächst das Angebot an Containerschiffen stärker als die Nachfrage", warnt Burkhard Lemper vom Institut für Seeschifffahrt und Logistik (ISL) in Bremen. "Das wird die Raten unter Druck setzen." Ein Überangebot droht auch bei Tankern und Massengutfrachtern.

Diese schwierige Marktlage macht den Anbietern von Schiffsfonds zu schaffen. Im ersten Halbjahr hielten sich viele Anleger fern, Marktführer HCI etwa sammelte nur 125 Millionen Euro ein - im ersten Halbjahr 2005 waren es noch 306 Millionen Euro. Insgesamt verbuchte die Branche ein Minus von rund 30 Prozent, so der Branchendienst Fondstelegramm. Weil die Anbieter dringend Einnahmen brauchen, werfen sie jetzt reihenweise Schiffsfonds auf den Markt. Nur ein Teil davon ist für Anleger empfehlenswert.

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