Schlechtes Ergebnis
Beurteilung der Telekomaktien negativ

Der Telemedien-Fonds von Capital Invest setzt erfolgreich auf Medienwerte. Die Aktien von Medienunternehmen haben sich in den vergangenen Jahren allerdings eher enttäuschend entwickelt.

HAMBURG. Während der europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 zwischen Anfang Juni 2005 und Ende Mai 2006 um 20,94 Prozent zulegte, ging es für den Stoxx Euro Media Index lediglich 9,78 Prozent aufwärts. Im Vergleich zum Telekomsektor steht die Branche jedoch immer noch gut da: Die im Euro Stoxx Telecom Index gelisteten Unternehmen verloren sogar an Wert, und zwar im Durchschnitt um 2,65 Prozent.

Die unterschiedliche Entwicklung beider Branchen spiegelt sich in den Indexfonds Easy ETF Euro Media und Easy ETF Euro Telecom von Axa Investment Managers wider: Der Euro Media belegt im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von Feri Rating & Research mit einem Wertzuwachs von 9,88 Prozent unter 32 Telemedien-Fonds Platz vier, während der Euro Telecom mit einem Minus von 2,66 Prozent weit abgeschlagen auf Rang 29 liegt (siehe Tabelle).

Auf exakt das gleiche schlechte Ergebnis kommt der DWS Telemedia, der anders als die Axa-Fonds in beide Branchen investiert und nicht auf den Euro-Raum beschränkt ist. Mit 56 Prozent sind Telekommunikationstitel im Portfolio derzeit weitaus höher gewichtet als Medienaktien, deren Anteil bei 17 Prozent liegt. Das bedeutet jedoch nicht, dass DWS-Fondsmanager Walter Holick im erstgenannten Sektor die größeren Chancen sieht: „Der Anlageschwerpunkt des Fonds liegt grundsätzlich auf Telekomtiteln, Medienaktien dienen eher als Beimischung“, erläutert Holick.

Obwohl er in diesem Sektor vereinzelt sehr interessante Titel findet, sieht er jedoch für einen generellen Turnaround derzeit keine Anzeichen. „Die Branche entwickelt sich wenig homogen“, sagt Holick. Während Unternehmen wie Disney vom zunehmenden Medienkonsum profitierten, leide insbesondere der US-Zeitungssektor unter Auflagenschwund und sinkenden Werbeeinnahmen. So sei der Kurs der zu den größten Positionen im Fonds gehörenden Disney-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um sieben Prozent gestiegen, während die nicht im Fonds enthaltene Aktie der New York Times 26 Prozent nachgab.

Mit einem Anteil von rund 30 Prozent weist der aktuell auf Rang sieben liegende Telemedien-Fonds der österreichischen Capital Invest derzeit einen deutlich höheren Medien-Anteil auf als das Produkt der DWS. Dessen Manager Boris Böhm setzt vor allem auf Aktien aus dem Bereich Fernsehübertragungen. Wie Holick hält auch Böhm den Mediensektor derzeit grundsätzlich für aussichtsreicher. „Abgesehen von den Printmedien haben sich die Werbe-Budgets bei vielen Unternehmen deutlich erholt“, sagt er. Zugleich hätten sich die Umsatzaussichten für zahlreiche Telekomfirmen eingetrübt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%