Schlechtes Ergebnis in Vergleichsgruppe
Unicredito-Töchter trennen bei den Gebühren Welten

Wohl keine andere Fusion hat im abgelaufenen Jahr so viele Schlagzeilen erzeugt wie die Übernahme der Hypo-Vereinsbank (HVB) durch den italienischen Konkurrenten Unicredito.

HAMBURG. Am 12. Juni wurde der Zusammenschluss offiziell besiegelt, und seit einigen Wochen steht auch fest, wie der neue Konzern künftig im Fondsgeschäft auftritt: als Pioneer Investments. Spätestens zum Jahresende sollen die bisher eigenständigen deutschen Gesellschaften Activest und Nordinvest mit der Unicredito-Tochter verschmolzen sein.

Deren Expertise liegt vor allem im Aktienbereich, wie die Langfrist-Erfolge des bereits 1928 gegründeten, auf US-Titel spezialisierten Pioneer Fund zeigen. Doch auch auf der Rentenseite managen die Italiener einige milliardenschwere Portfolios - allen voran den Pioneer Funds Euro Bond, der mehr als 15 Mrd. Euro auf die Waage bringt und damit fast doppelt so viel wie der größte deutsche Rentenfonds Dit-Euro Bond Total Return. Von den Ergebnissen her rangiert das Schwergewicht allerdings in seiner Vergleichsgruppe "Renten Europa" nur unter ferner liefen: So erzielte Pioneer-Manager Tanguy Le Saout in den vergangenen zwölf Monaten lediglich ein Plus von 4,09 Prozent. Und auch die zweitschlechteste Note "D" der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research spricht nicht eben für Qualität.

"Der Pioneer Funds Euro Bond leidet vor allem unter seiner hohen Gebührenstruktur", sagt Feri-Analyst Jens Wetter und verweist auf die Gesamtkostenquote (Fachbegriff: TER für Total Expense Ratio) von 1,8 Prozent: "Das ist in Deutschland nicht wettbewerbsfähig, schon gar nicht in einer Niedrigzinsphase." Als Vergleich führt Wetter den ähnlich ausgerichteten Activest Lux GP European Bond an. Dort liege die TER nur bei 0,88 Prozent, entsprechend falle die Wertentwicklung der vergangenen zwölf Monate mit 5,35 Prozent deutlich besser aus. "Hinzu kommt, dass deutsche Gesellschaften wie Activest im Rentenfondsmanagement häufig eine steueroptimierte Anlagepolitik betreiben", erklärt der Feri-Analyst weiter. Auch deshalb sei der bislang vor allem in Italien vertriebene Pioneer Fund Euro Bond für deutsche Anleger keine Empfehlung.

Das sieht Dominik Kremer, Geschäftsführer der Pioneer Fonds Marketing GmbH in München, naturgemäß anders: "Das hohe Fondsvolumen zeugt von einer Vielzahl zufriedener Anleger", sagt Kremer und betont, dass der Fonds in Deutschland bereits aktiv vermarktet werde. Derzeit gebe es keine Überlegungen, die unterschiedlichen Gebühren der Pioneer- und Activest-Palette einander anzugleichen, eine Projektgruppe werde sich aber im späteren Jahresverlauf mit diesem Thema befassen. Ziel sei "eine gemeinsame, einheitliche und wettbewerbsfähige Gebührenstruktur".

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