Schrumpfende Anlagemöglichkeiten
Allianz schließt zwei Dach-Hedge-Fonds

Allianz Global Investors schließt wegen schrumpfender Anlagemöglichkeiten und sinkender Fondsvolumina ihre beiden Dach-Hedge-Fonds mit dem Markennamen „Allianz-dit Portfolio Optimizer“. Auch bei anderen Anbietern ist das Kapital abgeschmolzen.

FRANKFURT. Die Gesellschaft stellte die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen nach eigenen Angaben bereits Ende November ein und wird die Fonds Ende Juni kommenden Jahres auflösen. „Wir finden immer weniger Fonds für die Anlage, so dass keine vernünftige Risikostreuung mehr möglich ist“, sagte ein Allianz-Sprecher. Wenn in Deutschland zugelassene Dach-Hedge-Fonds ihrerseits in Einzel-Hedge-Fonds investieren, müssen diese steuertransparent sein. „Den damit verbundenen Aufwand der Ertragsaufschlüsselung scheuen viele der international erfolgreichen Single-Hedge-Fonds-Manager“, sagte Achim Pütz, erster Vorsitzender des Bundesverbands Alternative Investments.

Darüber hinaus ist das Volumen der Allianz-Produkte von in der Spitze 400 Mill. Euro auf jetzt noch 110 Mill. Euro abgeschmolzen. Diese Entwicklung ist symptomatisch für die hierzulande angebotenen Dach-Hedge-Fonds, die – im Gegensatz zu Einzel-Hedge-Fonds – nach ihrer Genehmigung durch das Aufsichtsamt auch hiesigen Privatanlegern offen stehen. Laut Fondsverband BVI waren Ende vergangenen Jahres 33 Dach-Hedge-Fonds mit 2,1 Mrd. Euro Vermögen registriert. Per Ende Oktober 2007 waren es noch 29 Produkte mit einem Kapital von knapp 1,5 Mrd. Euro, entsprechend 0,2 Prozent des gesamten Publikumsfondsvolumens.

Auch bei anderen Anbietern ist das Kapital abgeschmolzen, bei Union Investment beispielsweise von 350 Mill. Euro auf 261 Mill. Euro. „Aber wir planen keine Schließung“, sagt Bernhard Kraus, Geschäftsführer von Union Investment Institutional. Der Volumenrückgang sei insbesondere dem Rückzug institutioneller Investoren zuzuschreiben, die im Gefolge der Kreditkrise Positionen reduziert hätten. „Die Institutionellen kommen jetzt wieder zurück.“

Pütz warnt jedoch vor falscher Interpretation der Zahlen: „Deutsche institutionelle Investoren wie Banken, Unternehmen, Pensionskassen oder Family Offices haben in diesem Jahr wohl über 20 Mrd. Euro in Hedge-Fonds-Strategien investiert.“ Sie wählten dann jedoch andere rechtliche Hüllen wie strukturierte Produkte. Damit werde das Problem der Steuertransparenz auf Fondsebene vermieden.

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