Schwache Ergebnisse gefährden Top-Rating des Vorzeige-Fonds
Europa-Flaggschiff von Pioneer verliert an Fahrt

Um den Pioneer Top European Players steht es derzeit nicht zum Besten. Zwar verbucht der in den Jahren 2001 bis 2004 überdurchschnittlich erfolgreiche Fonds für europäische Standardwerte weiter kräftige Mittelzuflüsse, doch die Wertentwicklung lässt zu wünschen übrig.

HAMBURG. Wie in den Vormonaten rangiert der knapp 5,5 Mrd. Euro schwere Fonds unter den 414 derzeit bei der Analysegesellschaft Feri Rating & Research gelisteten Angeboten seiner Kategorie auf Zwölf-Monats-Sicht lediglich im unteren Mittelfeld. Unter den zehn volumenstärksten Europa-Fonds rutschte er mit einem vergleichsweise mageren Plus von 11,96 Prozent sogar auf den vorletzten Platz ab.

"In den vergangenen drei Monaten lief es für einige Titel im Portfolio nicht gut, insbesondere die Aktie der Kreuzfahrtgesellschaft Carnival geriet stark unter Druck", räumt Pioneer-Manager Andrew Arbuthnott ein. Aufgrund des konzentrierten Portfolios von rund 30 Titeln belaste die Schwäche einzelner Titel die Wertentwicklung des Fonds überdurchschnittlich stark, fügt er hinzu. Dass sich das verwaltete Volumen in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt hat, sieht er dagegen nicht als problematisch an. "Der Anlageschwerpunkt des Fonds liegt auf Titeln mit einer Marktkapitalisierung von mindestens drei Mrd. Euro. In diesem Segment gibt es genügend attraktive Anlagemöglichkeiten."

Diese Einschätzung teilt auch Tobias Schmidt. Der Research-Direktor von Feri beurteilt den Pioneer Top European Players trotz der jüngsten Schwäche positiv. "Der Fonds weist trotz des fokussierten Portfolios ein im Sektorvergleich niedriges Risiko auf und überzeugt langfristig durch eine überdurchschnittliche Wertentwicklung", begründet er die höchste Rating-Note "A". "Sollte die aktuelle Schwächephase allerdings noch mehrere Monate anhalten, ist eine Herabstufung auf "B" nicht auszuschließen", sagt Schmidt ein.

Eine Herabstufung von "B" auf "C" hat der von Tom Stubbe Olsen gemanagte Nordea European Value bereits hinter sich. Die schlechtere Bewertung resultiert Schmidt zufolge jedoch nicht aus einer schlechten Managementleistung, sondern aus dem Anlagekonzept. "Olsen meidet grundsätzlich kapitalintensive Unternehmen, zu denen auch Rohstoff- und Energiefirmen gehören", berichtet Schmidt. Damit habe der Fonds im Gegensatz zur Konkurrenz nicht von der guten Entwicklung dieser Sektoren profitiert.

Auch wenn sich der Verzicht auf die Bereiche Energie und Rohstoffe derzeit als nachteilig erweist, will Nordea-Manager Olsen seinem Konzept treu bleiben und notfalls eine höhere Kasseposition in Kauf nehmen. Diese lag schon im Kalenderjahr 2005 teilweise bei 20 Prozent.

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