Schwache Renditen
Fondsverwalter Ehrhardt hat Probleme

Der bekannte Vermögensverwalter Jens Ehrhardt hat zu viele Positionen in Asien. Seine Fonds lieferten zuletzt nur mäßige Renditen. Der 70-Jährige steht aber noch vor ganz anderen Herausforderungen.
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FrankfurtEr ist einer der bekanntesten Vermögensverwalter des Landes. Doch mit der Wertentwicklung seiner Fonds hat Jens Ehrhardt zunehmend Probleme. Nur noch 57 Prozent seiner Produkte bekommen von Feri Eurorating eine gute oder sehr gute Bewertung. "Ein halbes Dutzend der Ehrhardt-Fonds ist nur noch Durchschnitt", stellt Feri-Analyst André Härtel fest. Ehrhardt gibt sich selbstkritisch: "Wir hatten zu viel Positionen in Asien und zu wenig in Nordamerika, das waren die größten Fehler."

Anfang 2009 stand der gebürtige Hamburger noch strahlend da. Damals hatten alle seine Fonds gute Noten. So etwas ist selten und bedeutete Platz eins im Feri-Ranking, bei dem die Produktbenotungen für Wertentwicklung und Risiko in eine Gesamtbewertung für die Anbieter münden.

Dann begann ein stetiger Abstieg. Heute steht Ehrhardts DJE Kapital AG bei den kleineren Anbietern in Deutschland auf dem 15. Platz unter 71 Konkurrenten (siehe Grafik). Das Handelsblatt stellt die quartalsweise erstellten Rangfolgen regelmäßig vor.

Neben den schwächeren Leistungen bei der Wertentwicklung belastete auch die Liquidation des Immobilien-Dachfonds von DJE. "Der Glanz ist etwas verblasst", urteilt Kai Wiecking, Leiter Research beim Fondsanalysehaus FWW. Aber er sagt auch: "Ich würde Ehrhardt nicht abschreiben, für mich bleibt er einer der ganz großen Manager."

Der passionierte Segler Ehrhardt zählt zum Urgestein der unabhängigen deutschen Geldverwalter. Seit über vier Jahrzehnten ist er im Geschäft. Als Manager von Flaggschiffen wie dem Mischfonds "FMM Fonds" und dem globalen Aktiendepot "Astra Fonds" hat er sich hohes Ansehen erworben. Rund zehn Milliarden Euro betreut die DJE mit rund 100 Angestellten. Ehrhardt ist Gründer, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär.

Er gilt vor allem als Aktienexperte. Traditionell ist er eher auf Deutschland fixiert. Der Analytiker in ihm will sowohl Deutschland als auch die Euro-Zone nicht abschreiben. Ein schwächerer Euro könne den Export antreiben. "Draghi wird wohl auch Staatsanleihen kaufen, das würde den Börsen helfen - Deutschland könnte sich dann wohl am besten halten", sagt er. Eine große Hausse erwartet er allerdings nicht.

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"Einer reitet langsam in die Abendsonne"

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  • Auf die anspruchsvolle Situation an den Kapitalmärkten zu reagieren und die Einlagen überwiegend zu sichern, das hat J.Ehrhardt in den letzten Jahren gut unter Beweis stellen können. Und Bilfinger war im Gegensatz zu Hochtief eine genau so gute Entscheidung wie bereits seit über 10 Jahren auf eine Anstieg des gelben Metalls zu setzen. Das Verlangen der Investoren als Fondsmanager immer in den Top 3 zu sein ist illusorisch, siehe auch Buffet, Paulson etc. Bei nominal sicheren Renditen deutscher Anleihen von im Schnitt ca. 1% sind die solide geführten Fonds der Ehrhardt-Gruppe sicher die bessere Wahl.

  • Er sollte in die Abendsonne reiten ! Bei seinem Fonds
    DJE STRATEGIE GLOBAL II A EUR ACC liegt der gute seit Jahren daneben . Er setzt regelmäßig auf die falschen Werte . Zum Beispiel setzt er auf Bilfinger im M - Dax , auf Gold und China - Werte. Das Ergebnis ist mehr als Entäuschend . Bei den Gebühren ist Er wieder spitze .
    ( Depotgebühren , Erfolgsbeteiligung )

  • Wie unverschämt, "...er reitet langsam in die Abendsonne"? Ich an Stelle von Dr. Ehrhardt würde diesen Satz als persönlichen Angriff werten. Aus dem Artikel geht zudem nicht hervor, um welche Leiden es sich handelt- reißerische Überschrift, mehr nicht. Da erwartet man als Leser mehr Hintergrundinformationen.

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