Schwache Renditen
Viele Währungsfonds enttäuschen

In der Theorie bringen Investmentfonds mit dem Anlageschwerpunkt Währungsanlagen alle Voraussetzungen mit, um sich als eigene Anlageklasse zu etablieren: Der Devisenmarkt ist hochliquide, transparent und gering mit anderen Anlageformen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffen korreliert. Doch in der Praxis sind die bisherigen Renditen der Fonds ernüchternd.

HB DÜSSELDORF. Nach Berechnungen der Münchener Fonds Consult Research AG haben über die vergangenen zwölf Monaten gerade einmal drei von insgesamt 21 im deutschsprachigen Raum zum Vertrieb zugelassenen Devisenfonds eine Rendite oberhalb des Geldmarktsatzes erzielt. Über einen Zeitraum von drei Jahren schlug kein Fonds die Geldmarktrendite. "Da der Großteil der Fonds meist eine Rendite von ?Geldmarkt plus X? anstrebt, hat bislang längerfristig kein Fonds sein Ziel erreicht", sagt Fondsconsult-Analyst Jan Richter.

Zwar können sich Verwalter von Währungsfonds ganz auf die Frage konzentrieren, welcher Währungsraum in Zukunft die optimale Mischung aus hohen kurzfristigen Zinsen und möglichen Kursgewinnen liefert - Manager von klassischen globalen Anleihenfonds müssen zusätzlich auch über Zins- und Bonitätsveränderungen entscheiden. Doch gerade Devisenkursprognosen gelten als Königsdisziplin schlechthin für Verwalter. "Währungen sind die schwierigste Anlageklasse überhaupt. Es gibt keine verlässlichen Prognosemodelle, schlimmstenfalls dauert es fünf oder gar zehn Jahre, bis sich Unter- oder Überbewertungen auflösen", sagt Andreas Köchling, Fondsanalyst bei Feri Rating und Research. "Die Idee, Währungen als eigene Anlageklasse in ein Depot beizumischen, klingt auf Basis der Korrelationen verlockend. Wenn aber die Erträge schlicht nicht stimmen, wird die Risikostreuung in der Praxis konterkariert", sagt Köchling.

Für die Verwaltung der Devisenfonds fallen im Durchschnitt Gebühren von 1,1 Prozent pro Jahr an. Hinzu kommen meist noch erfolgsabhängige Performancegebühren. Damit sind die Fonds auch etwas teurer als klassische Anleihenfonds, fallen nach Berechnungen von Financial Webworks in Deutschland im Schnitt 0,8 Prozent Gebühren an.

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