Schwächeres Wachstum hilft, aber einige Portfoliolenker liegen trotzdem in den roten Zahlen
Bei Rentenfonds entscheidet die Laufzeit

Nach dem deutlichen Zinsanstieg im Frühjahr haben die großen Euro-Rentenfonds zuletzt wieder bessere Ergebnisse erwirtschaftet. Grund waren vor allem weltweit schwächere Wirtschaftsdaten, welche die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank dämpften.

HB FRANKFURT/M. Dabei fiel die Zwölfmonatsbilanz der zehn größten Euro-Rentenfonds sehr unterschiedlich aus: Während das beste Produkt, der Dit-Euro Bond Total Return, per Ende Juli auf ein Plus von 4,41 Prozent kommt, verloren einzelne Fonds gar leicht an Wert (Tabelle). Eine schwächere Performance verzeichneten zuletzt insbesondere diejenigen Rentenfonds, die auf Grund der Gefahr steigender Zinsen auf kürzere Laufzeiten gesetzt hatten. In einem solchen Fall würden diese Papiere auch nur leichte Kursverluste hinnehmen müssen.

Im Widerstreit zwischen Inflationsängsten und überwiegend schwachen Wirtschaftsdaten bleibt es spannend. „Der Wind dreht sich. Steigende Zinsen gefährden die Kurse. Besonders betroffen sind europäische Langläufer“, sagt der Vermögensverwalter Gerd Bennewirtz von SJB FondsSkyline. Fondsmanager, die zuletzt die durchschnittliche Laufzeit der Anleihen verlängert haben, sind mit ihrem Urteil indes häufig vorsichtiger und sehen den Rentenmarkt gut unterstützt.

Der Credit Suisse Bond Fund (Lux) Euro erreichte dank eines Wertgewinns von 3,02 Prozent einen mittleren Platz im Konkurrenzvergleich. Fondsmanager John de Garis hat inzwischen die durchschnittlichen Laufzeiten wieder verlängert und eine neutrale Position im Verhältnis zum Vergleichsindex des Produkts eingenommen.

Pierre Vanhove kommt mit dem Fortis L Fund Bond Euro mit 3,58 Prozent auf einen mittleren Rang. Der Manager der zur niederländisch-belgischen Fortis- Gruppe gehörenden Fondsfirma investiert zu rund 90 Prozent in Staatsanleihen. Als Grund nennt er unter anderem, dass die Zinsvorsprünge von Unternehmensanleihen gegenüber Staatspapieren derzeit zu gering seien. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Bonds liege derzeit mit etwa sechs Jahren rund ein halbes Jahr über dem Vergleichsindex. Vanhove argumentiert: „Das globale Wachstum verlangsamt sich.“ Insbesondere in den USA sei das Wachstum im letzten Jahr durch Sonderfaktoren getrieben worden. Hinzu kämen wachsende geopolitische Risiken. Vor diesem Hintergrund werde auch die Europäische Zentralbank frühestens im nächsten Jahr die Zinsschraube leicht anziehen.

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