"Schwarze Löcher des Weltfinanzsystems“
BaFin-Präsident will globale Regulierung für Hedge-Fonds

Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, befürwortet eine globale Regulierung der hoch spekulativen Hedge-Fonds.

HB HAMBURG. Sie seien „die schwarzen Löcher des Weltfinanzsystems“, die niemand kontrolliere, warnte Sanio im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Sollte ein großer Hedge-Fonds unter seinen exzessiven Risiken zusammenbrechen, „könnte er große Finanzunternehmen mit in den Untergang reißen“. Der Umfang der Risiken, die Hedge-Fonds eingehen dürfen, müssten von der Höhe ihres Eigenkapitals abhängig gemacht werden, forderte Sanio. Viele Fonds haben eine hohe Verschuldung.

Sanio schätzt allerdings die Chancen einer weltweiten Regulierung als nicht sonderlich hoch ein. „Einige wichtige Länder zeigen bislang keine große Bereitschaft, an der Schaffung solcher Standards mitzuwirken.“ Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) tritt ebenfalls für international schärfere Kontrollen der Hedge-Fonds ein und will dies Thema nach eigenen Angaben auf dem G8-Gipfel (6.-8. Juli) ansprechen. Für Deutschland hatte er schärfere Kontrollen und eine bessere Aufsicht von Hedge-Fonds angekündigt.

Hedge-Fonds (engl.: to hedge: absichern) versuchen ihrem Namen nach, Investitionen gegen Risiken wie Kurseinbrüche oder Wechselkursschwankungen abzusichern. In der Praxis bieten sie allerdings wenig Sicherheit, sondern streben danach, durch spekulative Geschäfte unabhängig vom Marktumfeld kurzfristig möglichst hohe Erträge zu erwirtschaften.

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