Schwellenländer-Anleihen kaum gefragt
Hochzinsfonds legen trotz illiquider Märkte wieder zu

Die Fonds auf Hochzinsanleihen konnten sich bemerkenswert schnell wieder vom Krisenjahr 2008 erholen. Jedenfalls notieren die 71 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Produkte wieder im Plus: Ihre Wertentwicklung liegt im Januar 2009 bei durchschnittlich sieben Prozent. Dabei mussten die Finanzmärkte in vielen Schwellenländern in den ersten Wochen des neuen Jahres wiederholt Verluste hinnehmen.

FRANKFURT. Der HSBC-GIF-New-World-Income-Fonds begrenzte in den vergangenen zwölf Monaten vornehmlich die Verluste: Zum Ende August 2008 verfügte er über 40 Prozent Kassebestand. Und im darauffolgenden November waren sogar 75 Prozent des Fondsvermögens nicht investiert.

Doch mittlerweile setzt Peter Marber wieder auf die hochverzlinslichen Papiere. Der Fondsmanager ist zu 97 Prozent im Anleihemarkt investiert und gewichtet derzeit Indonesien und Venezuela über. "Die Staatsverschuldung ist in Indonerien mit 34 Prozent des Bruttosozialproduktes vergleichsweise gering. Und auch der Unternehmenssektor ist kaum vom internationalen Kreditmarkt abhängig", sagt der Schwellenland-Stratege. Ein Austrocknen der Börse in Jakarta sei damit vorerst nicht zu erwarten.

Geoff Blanning setzt dagegen aktuell auf Anleihen aus Südamerika. Sein Schroder-ISF-Emerging-Markets-Debt-Fonds soll seit Ende Januar 2009 verstärkt vom Brasilianischen Real und Chilenischen Peso profitieren. Der Fondsmanager ist für die kommenden Monate ausgesprochen offensiv aufgestellt.

Selbst der russische Rubel liegt zu 1,5 Prozent des Fondsvermögens wieder im Portfolio. "Die russischen Unternehmen stehen zwar vor schwierigen Aussichten, doch die Regierung wird ihre Schulden weiterhin bedienen können", sagt Blanning. Nachdem der Anleiheexperte Russische Staatsanleihen für viele jahre mied, baut er vorerst nur eine kleine dafür aber langfristige Position mit Laufzeitende 2030 auf. Für alle anderen Schwellenländer bleibt der Experte jedoch äußerst defensiv aufgestellt, denn er rechnet mit hohen Schwankungen in den teils illiquiden Märkten: "Das führt zu starken Preisänderungen, deren Richtung wir nicht voraussagen können."

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