Schwellenländer
Chancen für Wagemutige

Die virtuelle Reise, mit denen Banken Anleger rund um den Globus führen, setzt sich ohne Pause fort. Denn immer mehr Finanzinstitute bieten Investoren die Möglichkeit, ihr Geld nicht nur an den hoch kapitalisierten Aktienbörsen der Industrieländer, sondern auch in Schwellenländer zu investieren.

FRANKFURT. Dabei sind gerade die global operierenden Investmentbanken bereit, praktisch jede "Börsenecke auf dem Globus" auszuleuchten. Nachdem Goldman die BRIC-Thematik entdeckt und die Bankenwelt mit zahlreichen Produkten auf Investmentchancen in Brasilien, Russland, Indien und China gesetzt hat, wurden Investoren anschließend mit dem Thema "Next eleven" auf die nächsten elf Schwellenländer - nach den BRIC-Staaten - in der Form von Index-Zertifikaten aufmerksam gemacht. Einige Banken emittierten auch Zertifikate auf den verlorenen Kontinent Afrika.

Jetzt setzen Banken verstärkt auf die Börsen einzelner Regionen. So brachte die Deutsche Bank nicht nur ein erfolgreiches Vietnam-Zertifikat an den Markt, sondern emittierte auch ein Produkt auf die Börse in Kiew. Gemeinsam mit Polen ist die Ukraine Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft 2012. Doch nicht nur wegen des Großereignisses steht das Land im Rampenlicht. "Mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 7,1 Prozent in 2006 gehört die Ukraine zu den dynamischen Wirtschaftsregionen Osteuropas", so die Deutsche Bank. Die relativ geringe Staatsverschuldung, der Rohstoffreichtum und die mögliche Aufnahme in die Welthandelsorganisation seien weitere Pluspunkte.

Auf die Börse in Kasachstan haben ABN Amro und die Erste Bank in Wien Zertifikate gebracht. Das kulturell und wirtschaftlich in Deutschland, Russland und China eingebundene Land gewinne in vollem Maße vom globalen Wachstum, sagt Funda Tahan von ABN. Geographisch auf der Grenze zwischen Europa und Asien gelegen, profitiere Kasachstan vom Energiehunger Chinas und dem Streben Europas nach Energiesicherheit. Das Land liegt heute mit seinen rund 15 Millionen Einwohnern auf Platz 14 der weltweit größten Ölexporteure. ABN hat gemeinsam mit Standard & Poor?s ein Zertifikat auf den Kasachstan Total Return Index kreiert, der sich aus acht Unternehmen zusammensetzt und periodisch überprüft wird.

Mit dem "Erste Bank Serbien S-Box-Index-Zertifikat" bietet die Erste Bank der österreichischen Sparkassen in Wien die zwölf serbischen Top-Unternehmen in einem einzigen Zertifikat. Die Bank ist gerade in Osteuropa sehr gut aufgestellt "Die zunehmende politische Stabilität und die EU-Annäherung sollten der Wirtschaft Serbiens in den nächsten Jahren weiter Schwung verleihen", sagt Slavko Caric von der Erste Bank in Belgrad. Caric verweist aber auf die Problematik und Risiken der hohen Arbeitslosigkeit von 20 Prozent und den ungelösten Kosovo-Konflikt.

Die kleinen Börsen weisen im globalen Vergleich nur eine Mini-Marktkapitalisierung auf. In Zeiten blühender Finanzmärkte und euphorischer Stimmungen stellt das für Investoren zunächst eine riesige Chance dar. Jeder Investor sollte sich jedoch auch der Risiken bewusst sein, die in der Marktenge und der fehlenden Liquidität dieser Börsen zu sehen ist.

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