Schwellenländer-Fonds: Die Verlierer schlagen zurück

Schwellenländer-Fonds
Die Verlierer schlagen zurück

2008 war ein Katastrophenjahr für Anleger in Emerging Markets, doch 2009 wendete sich das Blatt. Viele Börsen in Schwellenländern lieferten enorme Kursgewinne, davon profitierten auch Fonds, die ihren Anlageschwerpunkt abseits der Industriestaaten haben. Aktuell steigen die Risiken zwar wieder, die meisten Experten sehen für Schwellenländer aber weiter positive Aussichten.
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FRANKFURT. Es war Balsam für die Seelen der von der Krise gebeutelten Fondsanleger: Auf ihren Depotauszügen stehen für 2009, das für die Fund Awards maßgebliche Jahr, hohe Wertzuwächse. Das betrifft zum Beispiel Osteuropa- und Schwellenländerfonds. „Im Krisenjahr davor waren es die Verlierer, deshalb ist das eine Art Comeback-Story“, sagt Christopher Wolter, Analyst bei Feri Eurorating. Engagements in Aktien aus Osteuropa und in Schwellenländer wie China und Indien, in Rohstofftiteln und Hochzinsanleihen haben die Hitliste mit Gewinnen zwischen 50 bis 100 Prozent angeführt.

Auch für das laufende Jahr zeigen sich viele professionelle Investoren optimistisch: Die Vermögensverwalter vertrauen darauf, dass die Stimulierungsprogamme der Notenbanken und Regierungen das Finanzsystem weiter stabilisieren. Das Geld der Marktteilnehmer fließt bereits seit dem vergangenen Frühjahr in Aktien – vor allem aus Schwellenländern –, in Anleihen aus Emerging Markets und Firmenanleihen sowie in Rohstoffe. Fondsmanager argumentieren gegenüber dem Handelsblatt mehrheitlich wie folgt: Die Weltwirtschaft wird sich erholen, einige Notenbanken werden ihre Leitzinsen erhöhen. An den Börsen werden Aktien Anleihen schlagen, wobei Unternehmenspapiere besser abschneiden dürften als Staatstitel. Fonds werden die Wertzuwächse des Ausnahmejahres 2009 allerdings wohl nicht wiederholen können, schätzen die Fondsmanager.

Eine Minderheit sieht jedoch aktuell Marktrisiken, etwa durch akute Inflationsgefahren, ein Scheitern der internationalen Stimulierungsprogramme oder eine Eskalation von Kreditproblemen wie im Fall Griechenlands und gegebenenfalls weiterer hoch verschuldeter europäischer Staaten.

In seinem Positivszenario prognostiziert beispielsweise Bill O'Neill, Portfoliostratege bei Merrill Lynch Wealth Management für Europa, „Aktienerträge für Euro-Anleger von bis zu 25 Prozent“. Seiner Meinung nach werden die Aktien insbesondere von der höheren Wachstumsdynamik in den asiatischen Märkten profitieren. In den Emerging Markets seien „bis zu zehn Prozent mehr Ertrag gegenüber den Börsen der Industrieländer drin“, sagt er.

Auch Bob Doll, Anlagechef beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock, erwartet das stärkste Wachstum in Asien, „wieder einmal angeführt von China und Indien“. Die Bewertungen seien noch relativ niedrig, meint Doll.

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