Schwellenländer-Fonds
Überraschungssieger Fidelity profitiert von Korea

Als die US-Gesellschaft Fidelity 1994 einen Schwellenländer-Fonds auflegte, glaubte niemand an dessen Erfolg. Bis er nach verlustreichen Jahren 2005 ein Rekordergebnis hinlegte. Manager von Schwellenländer-Fonds sehen viele Titel weiter günstig bewertet.

HAMBURG. Daran, dass aus diesem Fonds noch einmal etwas wird, haben wohl nur unerschütterliche Optimisten geglaubt. Als die US-Gesellschaft Fidelity Anfang 1994 einen Aktienfonds auf den deutschen Markt brachte, der sich auf Schwellenländer konzentriert, kam sie wie die meisten anderen Anbieter zu spät, um von der ersten Euphoriewelle für diese Region zu profitieren. Bis Anfang 1996 verlor der Fidelity Emerging Markets 40 Prozent an Wert, zwölf Prozentpunkte mehr als der Vergleichsindex. Der verantwortliche Manager Peter Pleydell-Bouverie hatte sich mit teilweise wenig liquiden Beteiligungen verzettelt und wurde bald darauf abgelöst. Diverse Nachfolger taten sich ähnlich schwer, und auch der Start des aktuellen Managers Bob von Rekowsky Anfang 2004 stand unter keinem guten Stern: Zwölf Monate später hatte der Fidelity Emerging Markets den Index erneut deutlich verfehlt.

Umso beeindruckender mutet das Ergebnis an, das von Rekowsky für das Kalenderjahr 2005 vorzuweisen hat. Mit einem Plus von 66,07 Prozent übertraf er den MSCI Emerging Markets um fast elf Punkte und ließ dabei sämtliche Konkurrenten hinter sich. Vorjahressieger Michael Keppler von Keppler Asset Management, der den Kapitalfonds LK Schwellenländer betreut und Ende November noch vorn gelegen hatte, musste sich mit Platz zwei zufrieden geben.

Im Dezember profitierte der Fidelity Emerging Markets unter anderem von der Jahresend-Rally in Korea, wo von Rekowsky mehr als ein Fünftel des Portfolios investiert hat. Die Grundlagen für den aktuellen Erfolg seien jedoch bereits 2004 gelegt worden, betont er: "Kurz nach der Umstrukturierung des Fonds durchlebten die meisten Schwellenländerbörsen eine kritische Phase, aber wir haben an unseren Investments festgehalten." Bei seinen Anlageentscheidungen vertraut von Rekowsky auf die Ideen seines Research-Teams und achtet auf eine günstige Bewertung der jeweiligen Unternehmen. Doch auch die makroökonomischen Aussichten der einzelnen Länder spielt eine Rolle.

Ungeachtet der kräftigen Zuwächse gibt sich von Rekowsky auch für 2006 optimistisch. "Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse vieler Schwellenländer-Aktien sind gleich geblieben", sagt der Fidelity-Manager und beurteilt neben Korea Brasilien und Russland positiv.

"Im Vergleich zu den etablierten Märkten sind viele Schwellenländer nach wie vor günstig bewertet", pflichtet Keppler bei und nennt für die kommenden Monate dieselben Favoriten. Darüber hinaus hat der New Yorker Verwalter in seinen Portfolios auch Aktien aus Taiwan und der Türkei stärker gewichtet. Zwei der größten Performance-Bringer des Jahres 2005, Kolumbien und Tschechien, hat er dagegen verkauft.

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