Schwellenländer-Fonds
Was hinter der Verpackung steckt

Wer sein Geld in Schwellenländer investieren will, sieht sich mit einer unüberschaubaren Fülle an Produkten konfrontiert. Um den Verkauf anzukurbeln, werden viele Fonds mit griffigen Schlagworten angepriesen. Aber nur wenige Fondsmanager schaffen es, den Vergleichsindex zu schlagen.
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FRANKFURT. Die Börsen in Shanghai, Bombay, Moskau oder Sao Paulo sind die Stars der Stunde. Investoren kaufen wieder Aktien, als hätte es die Krise nie gegeben. Die sogenannten Bric-Staaten - Bric steht für die Anfangsbuchstaben von Brasilien, Russland, Indien und China - lassen den Westen weit hinter sich. In den vergangenen zwölf Monaten ist der MSCI Bric, der Gradmesser für die großen Schwellenmärkte, um gut 70 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Der Dax legte nur rund 15 Prozent zu.

Strategen schwärmen weiter von den Chancen der aufstrebenden Märkte. "Angesichts der Probleme in den entwickelten Volkswirtschaften werden Anleger kaum an den attraktiven Wachstumsraten der wichtigsten Schwellenländer wie China und Indien vorbeikommen", sagt Erik Granade, Chef-Anlagestratege von Invesco. Auch für Mark Mobius von Templeton Asset Management führt kein Weg an einem Investment in Schwellenländern vorbei: "Zwar unterbrach die globale Wirtschaftskrise teilweise die Wachstumsdynamik der Emerging Markets; wir erwarten jedoch, dass diese Märkte auch weiterhin langfristig wachsen werden."

Dass Länder wie China oder Indien eine immer stärkere Rolle in der Welt spielen werden, ist nicht schwer zu prophezeien. Doch das heißt nicht zwangsläufig, dass sich auf diesen Märkten leichtes Geld verdienen lässt. Die entscheidende Frage ist, ob die Börsen zu weit vorgeprescht sind. Droht gar die nächste Blase?

"Die Mehrzahl der Emerging Markets hat ein ordentliches Kursniveau erreicht", sagte Andrew Freris, Investmentstratege für Asien bei BNP Paribas im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wir mögen die Schwellenländer und wir mögen China. Was wir aber nicht mögen, ist der enorme Ansturm auf den Markt." Mark Mobius dagegen hält die Bewertungen nach wie vor für attraktiv. Gleichzeitig warnt er aber, dass die Börsen in der nächsten Zeit weiterhin stark schwanken könnten.

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