Schwellenländer
Fondsmanager meiden russische Aktien

Im Ranking der Aktienfonds für Schwellenländer glänzt der Axa WorldFunds mit der besten Performance. Experten sehen dabei größere Gewinnchancen in Indien und China, dafür Risiken in Russland. Auch in Brasilien und Südkorea gibt es Störfaktoren.

HAMBURG.Die gezielte Titelauswahl bescherte den Managern von Aktienfonds für Schwellenländer in den vergangenen zwölf Monaten einen deutlichen Mehrertrag. Der erstplatzierte Axa World Funds - Talents Brick überbot den Durchschnittswert der Konkurrenten sowie das Schwellenländer-Börsenbarometer MSCI Emerging Markets um rund 20 Prozentpunkte (siehe Tabelle).

Diesen Erfolg erklärt sich Fondsmanager Charles Firmin Didot damit, dass er nur in unternehmergeführte Aktiengesellschaften investiert. "Hier treffen die Firmenchefs Entscheidungen über ihre eigenen Unternehmen", erklärt Didot. Daher sei das Management dieser Firmen vor allem am langfristigen Erfolg interessiert. Bei der Portfoliokonstruktion ist es für Didot nachrangig, in welchem Land die Firmen ihren Hauptsitz haben: "Wichtig ist stattdessen, wo sie ihre Produkte verkaufen." Dennoch gibt es für den Fondsmanager Auflagen: Er muss mindestens die Hälfte des Fondsvermögens in die fünf größten Schwellenmärkte investieren. Das sind Brasilien, Russland, Indien und China sowie Südkorea.

In Südkorea ist Didot aktuell mit nur sieben Prozent seines Fonds investiert, denn dort seien viele Gesellschaften an der Börse zu hoch bewertet. Das Gleiche gelte für Brasilien, wo ihm zudem der Staatseinfluss in vielen Großunternehmen zu hoch sei. "In Russland sind wir nur sehr gering investiert, weil hier oftmals Interessenskonflikte beim Management bestehen", so Didot weiter. Interessante Unternehmen finde er derzeit vor allem in Indien und China.

Darin stimmt Didot mit George Greig, Todd McClone und Jeff Urbina überein. Das Trio managt den Emerging Markets Growth Fund aus dem Hause William Blair. Die Chicagoer Investmentgesellschaft hat vor zwei Jahren in Luxemburg einen Fonds aufgelegt, von dem ein Teilfonds die Schwellenländerstrategie eines inzwischen geschlossenen US-Fonds kopiert. Der Schwesterfonds nimmt zwar neue Anleger auf, allerdings erst ab einer Anlagesumme von einer Million US-Dollar.

Der Fonds auf Platz sieben der Rangliste ist derzeit zu rund einem Drittel in Lateinamerika investiert. Die drei Fondsmanager gewichten die Anlageregion gegenüber dem MSCI Emerging Markets deutlich über. Das geht zu Lasten der Anteile von Aktien aus Osteuropa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien. Dennoch kommt China bei ihnen mit einem Anteil von 16,3 Prozent auf Platz eins. Indien gewichten sie mit 12,6 Prozent derzeit fast doppelt so hoch wie der MSCI Emerging Markets. Russland hingegen ist stark untergewichtet.

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