Schwellenländer
Gute Fonds sind rar gesät

Die Suche nach guten Aktien in der unübersichtlichen Region der Schwellenländer ist schwierig und riskant. Daher bieten sich indirekte Anlagen über Fonds oder Zertifikate an. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten.
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FrankfurtDie berühmte Nadel im Heuhaufen zu suchen, dürfte kaum weniger anspruchsvoll sein: Wie findet man zwischen Lateinamerika, Asien und Afrika lukrative Dividendentitel? Die Regionen sind sehr unterschiedlich, liegen für hiesige Anleger nicht vor der Tür – und die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sind schwer einschätzbar. Wer sich als privater Investor nicht zutraut, dort einzelne Aktien auszuwählen oder nicht an seinen Traum-Titel herankommt, weil die Aktien an den gängigen europäischen und amerikanischen Börsenplätzen nicht notieren, kann sein Geld indirekt über Investmentfonds oder Zertifikate anlegen.

Damit gibt der Anleger die Auswahl einzelner Titel in die Hände professioneller Investoren. Diese Geldmanager kaufen Aktien für ihre Fonds oder Zertifikate, an denen private Anleger dann Anteile erwerben. Der Anleger delegiert so nicht nur die Suche nach Titeln, sondern verteilt auch das Risiko, sein Kapital zu verlieren.

Diese Arbeit scheint allerdings nicht gerade einfach zu sein. Unter knapp 100 Fondsmanagern hat es in den vergangenen fünf Jahren nur jeder Neunte geschafft, mit seiner Aktienauswahl nach Kosten mehr Rendite zu erzielen als der Börsen-Vergleichsindex MSCI Emerging Markets, wie Andre Härtel, Fondsanalyst vom Ratinghaus Feri Eurorating feststellt. „Das ist schwach“, urteilt er. Denn gerade in dieser riesigen Region mit enormen wirtschaftlichen Unterschieden gebe es noch eine Menge unentdeckter Perlen.

Das heißt: Vielen schlechten stehen nur wenig gute Fonds gegenüber. Ganz oben in den Fondsrankings finden sich seit Jahren dieselben Namen: Dazu gehören Aberdeen, First State oder Vontobel. „Spezialisten haben die Nase vorn“, sagt Härtel. Zu deren Erfolgsrezept gehört seiner Ansicht nach dreierlei: Neben langjähriger Erfahrung mit dieser extrem heterogenen Anlageklasse brauchen die Fondslenker Unterstützung durch gute Markt- und Firmenanalysten sowie Entschlossenheit, gute Titel gewichtig in ihre Fonds zu kaufen.

So managen Devan Kaloo und Hugh Young für die britische Fondsgesellschaft Aberdeen von London aus die beiden Schwellenländer-Aktienfonds, die in den vergangenen fünf Jahren die besten Renditen von im Durchschnitt knapp zehn Prozent im Jahr schafften. Beide beschäftigen sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema. Ihnen helfen 34 Experten in London, Singapur, Bangkok, Hongkong und Kuala Lumpur und Sao Paolo, die für die Fonds Unternehmen analysieren.

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