Schwellenländer
Nur Risiko-Renten bringen Gewinn

Anleihefonds mit Schwerpunkt Europa schwächeln - die Renditen sind mager. Erst Schwellenländer bringen Zuwächse, aber nicht ohne Risiko.

HB FRANKFURT. Ungeachtet des schwierigen Zinsumfelds spielen Rentenfonds bei der Vermögensanlage der Deutschen eine anhaltend wichtige Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung. Trotz der Delle bei den Absatzzahlen im vergangenen Jahr flossen ihnen allein während der letzten drei Jahre rund 40 Milliarden Euro zu. Das sind zwei Drittel des gesamten Mittelaufkommens bei Publikumsfonds. Hauptmotiv dürfte dabei sein, dass Rentenfonds für viele leidgeprüfte Anleger als vergleichsweise sicher gelten.

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Ein genauerer Blick auf die Performance zeigt jedoch, dass Rentenfonds nur vermeintlich risikolos sind. Während sich die Anleger von Aktienfonds derzeit über attraktive Renditen freuen können, lagen sowohl konventionelle Euro-Rentenfonds als auch Produkte mit Schwerpunkt auf globalen und europäischen Fremdwährungsanleihen 2006 im Minus. Und auch im Jahr 2005 sah es nicht viel besser aus. Die Renditen von Euro-Rentenfonds brachten Anlegern im Schnitt keine zwei Prozent Wertzuwachs ein und glichen damit nicht einmal die Inflation aus.

Besser sah es einer Statistik der Rating-Agentur Morningstar zufolge hingegen bei Fonds aus, die sich auf höherverzinsliche Anleihen konzentrieren. Am besten schnitten dabei Rentenfonds mit Fokus auf Euro High-Yield-Anleihen ab, die im vergangenen Jahr im Durchschnitt bereits um knapp sechs Prozent zulegt haben. Aber auch globale Schwellenländerfonds konnten von dem zum Teil deutlich höheren Zinsniveau dieser Regionen profitieren. Inzwischen gelten diese Papiere jedoch aufgrund der enormen Nachfrage der letzten Jahre als teuer. Sollte die Konjunkturabschwächung in den USA zudem stärker als erwartet ausfallen und auf andere Länder übergreifen, hätte dies negative Auswirkungen auf die Ausfallquote dieser Schuldner.

Dennoch ist Michael Discher-Remmlinger von Allianz Global Investors in seinem weltweit anlegenden Emerging-Market-Rentenfonds annähernd voll investiert. "Historisch betrachtet sind Papiere aus Emerging Markets zwar relativ teuer, allerdings hat sich die Kreditqualität von Ländern wie Russland oder Brasilien markant verbessert". In Erwartung einer guten Konjunktur in Europa und Asien rechnet der Renten-Experte damit, dass sich die Emerging Markets aufgrund der immer engeren Verzahnung mit etablierten Märkten weiterhin gut entwickeln sollten. Konkret konzentriert sich Discher-Remmlinger auf rohstoffexportierende Nationen wie Russland, Kasachstan und Venezuela sowie auf Länder wie Brasilien und Mexiko, die ihre Auslandsverschuldung in letzter Zeit deutlich zurückführen konnten.

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