Schwellenländer
Osteuropa-Fonds holen auf

Die Anleger investieren wieder, auch in Osteuropas Schwellenländern. Die osteuropäischen Börsenindizes steigen sogar noch etwas stärker als der weltweite Durchschnitt. Insgesamt wurden 20 Milliarden Dollar neu angelegt. Zentral-Osteuropa profitierte am meisten, während das Baltikum weiter an Wert verloren hat.

FRANKFURT. Die osteuropäischen Börsenindizes steigen sogar stärker als der weltweite Durchschnitt. Doch so stark wie in den lateinamerikanischen oder asiatischen Schwellenländern konnten die Aktien in Moskau, Prag, Budapest und Istanbul bis dato nicht zulegen. Die Fonds auf zentral- und osteuropäische Aktien verbuchten in den vergangenen zwölf Monaten noch einen Verlust von durchschnittlich 53 Prozent. Im vergangenen April erwirtschafteten sie dann ein Vier-Wochen-Plus von rund 21 Prozent.

Die Anleger investieren wieder, auch in Osteuropas Schwellenländer. Seit nunmehr elf Wochen beobachten Experten Netto-Mittelzuflüsse in der Fondskategorie: "Insgesamt wurden 20 Mrd. US-Dollar neu angelegt, so dass die Abflüsse des vergangenen Jahres bereits wieder zur Hälfte kompensiert sind", sagt Maarten-Jan Bakkum, Aktienstratege von der ING. "Die sinkenden Leistungsbilanz-Defizite haben die gesamtwirtschaftliche Anfälligkeit der Schwellenländer reduziert", sagt Bakkum. So wies Polen im ersten Quartal 2009 sogar einen leichten Überschuss aus.

"Nicht an allen osteuropäischen Börsen fiel der Kursanstieg gleich aus", sagt Peter Reichel. "Zentral-Osteuropa legte etwas stärker zu, das Baltikum verlor dagegen weiter an Wert." Der Fondsmanager des Berenberg-II-Fonds East European Small & Mid Caps steht mit seinem Produkt ganz oben in der Feri-Hitliste. In zwölf Monaten verlor jedoch auch er knapp 13 Prozent an Wert. Derzeit setzt Reichel auf defensive Telekom - und Konsumaktien, unter anderem auf den ungarischen Schnapsbrenner Zwack Unicum. "Die Titel verfügen über robuste Geschäftsmodelle und Dividendenrenditen von zum Teil deutlich über zehn Prozent", sagt der Experte.

Ebenfalls auf osteuropäische Telekommunikations-Aktien setzen Martin Hrdina und Patryk Jablonowski vom Deka-Convergence-Aktien Fonds. Das Produkt steht mit einem Zwölf-Monats-Verlust von rund 47 Prozent auf Platz acht der Fondsliste. Im Gegensatz zu ihren Kollegen legen die beiden Fondsmanager auch in Russland an. Und so zählen die Aktien der Handyprovider Vimpel und Mobile-Telesystems mit jeweils rund fünf Prozent Anteil zu den größten Mitgliedern im Portfolio. "Im vergangenen April erzielte der gesamte russische RTS-Index ein erfreuliches Kursplus von 21 Prozent, langfristig hat der Markt das größte Potential", sagt Fondsmanager Hrdina. Daher hält er neben Telekoms auch die Aktien der Energieriesen Gazprom und Lukoil.

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