Schwellenländer-Rentenfonds
Bestseller von ABN Amro gerät ins Hintertreffen

Neue Besen kehren nicht immer gut: Die gewechselte Betreuung des ABN Amro Global Emerging Markets Bond Fund führte zu einem Sturz des Primus bis auf Rang 33 des aktuellen Rankings. Dagegen platziert sich ein Kellerkind diesmal weit vorne.

HAMBURG. Paul Abberley hat ein schweres Erbe angetreten. Der Renten-Chef von ABN Amro Asset Management betreut seit Mitte April dieses Jahres übergangsweise den ABN Amro Global Emerging Markets Bond Fund, mit dem sein Vorgänger Raphael Kassin glanzvolle Ergebnisse erzielt hatte. Im Gegensatz zu Kassin hat Abberley den Fonds breiter aufgestellt und beispielsweise den zuvor bei rund einem Drittel liegenden Anteil argentinischer Anleihen deutlich heruntergefahren. Zudem gehören nun auch Unternehmens- und auf Lokalwährungen lautende Anleihen zum Anlageuniversum.

Bislang bekam der Strategiewechsel dem Fonds nicht sonderlich gut: So belegt die Euro-Tranche im Zwölf-Monats-Vergleich von 72 globalen Schwellenländer-Rentenfonds (Tabelle) mit einem Zuwachs von 10,61 Prozent nur noch Rang 33. Zuvor hatte sie monatelang das Feld angeführt.

Trotz des enttäuschenden Debüts von Abberley will Sasa Perovic den Fonds noch nicht abschreiben. „In der Regel dauert es rund ein Jahr, bis sich zeigt, ob ein neuer Fondsmanager sein Handwerk so gut versteht wie der Vorgänger“, sagt der Analyst von Feri Rating & Research. Auch über den Strategiewechsel mag er noch kein abschließendes Urteil fällen. „Einerseits reduziert die breitere Länderstreuung das Risiko, andererseits werden mit der nun praktizierten Beimischung von Unternehmens- und Lokalwährungsanleihen zusätzliche Risiken eingekauft“, sagt er.

Wie schnell im Bereich der spekulativen Schwellenländeranleihen mitunter Absturz und Aufstieg beieinander liegen, zeigt der JB Local Emerging Bond Fund von Julius Bär. Mit der Strategie, nur auf Lokalwährungsanleihen zu setzen, zierte der Fonds in der Vergangenheit oft das Ende der Rangliste. Ganz anders das aktuelle Bild: Mit einem Plus von 12,67 Prozent belegt die Dollar-Tranche Rang 13, die Euro-Tranche schaffte mit einem Wertzuwachs von 16,43 Prozent sogar den Sprung auf Rang zwei. „Die Übergewichtung von Märkten wie der Türkei, Brasilien, Mexiko und Argentinien erwies sich als richtig“, erläutert Ralph M. Gasser, Produktspezialist für Rentenfonds bei Julius Bär. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei zudem die Untergewichtung von Ländern wie Südafrika und Chile gewesen, an der vorerst festgehalten werde. Für weitaus attraktiver hält Gasser etwa die Währungen erdölexportierender Länder wie den russischen Rubel.

Trotz der in der Vergangenheit oft schlechten Platzierungen bewertet Perovic den JB Local Emerging Bond Fund positiv. „Läuft der Markt für Lokalwährungsanleihen schlecht, kann sich der Fonds dem kaum entziehen, obwohl das Management innerhalb dieses Anlagesegments gute Arbeit leistet“, sagt der Feri-Analyst.

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