Schwellenländerfonds
Fondsmanager legen Schwergewicht auf Brasilien

Der Namenszusatz "Freestyle" steht bei Schwellenländerfonds der Investmentgesellschaft HSBC für einen Anlagestil, bei dem die Fondsmanager ihre Entscheidungen unabhängig von Vergleichsindizes treffen. Zu dieser Fondsgruppe gehört der von Luiz Ribeiro betreute HSBC GIF Latin American Freestyle, er führt das Ranking der Lateinamerika-Investmentfonds an.

HAMBURG. Mit einem Plus von rund 41 Prozent im Jahr 2007 erzielte der HSBC GIF Latin American Freestyle den höchsten Wertzuwachs unter 23 Lateinamerika-Fonds (siehe Tabelle).

Dass der Freestyle-Ansatz nicht nur eine leere Floskel ist, zeigt die aktuelle Zusammensetzung des Portfolios: So gewichtet Ribeiro Mexiko mit lediglich 14 Prozent, obwohl das Land im MSCI Latin America Index mehr als 20 Prozent einnimmt. "Rund 80 Prozent der Exporte Mexikos gehen in die USA, damit ist das Land in der Region am stärksten von der US-Konjunktur abhängig", begründet Ribeiro die deutliche Untergewichtung. Für aussichtsreicher hält der HSBC-Manager Kolumbien, das er angesichts der geringen Kapitalisierung des Marktes jedoch mit lediglich knapp vier Prozent gewichtet. Uneingeschränkt positiv bewertet er dagegen Brasilien, mit einem Anteil von 63 Prozent das Schwergewicht im Fonds.

Im Portfolio des zweitplatzierten KBC Equity Fund Latin America dominiert die größte Volkswirtschaft der Region in ähnlicher Größenordnung. Anders als Ribeiro hält sich Fondsmanager Tom Mermuys eng an den Vergleichsindex MSCI Latin America. Entsprechend hoch gewichtet er Mexiko mit 22 Prozent. Im Gegensatz zu Ribeiro bewertet der Manager der belgischen Fondsgesellschaft KBC Asset Management die Aussichten Mexikos weniger negativ: "Niedrige Zinsen und ein vergleichsweise geringer Verschuldungsgrad von Unternehmen und Konsumenten dürften dafür sorgen, dass die heimische Nachfrage nicht allzu stark einbricht", sagt er.

Insgesamt gibt sich Mermuys zuversichtlich, dass sich die negativen Auswirkungen einer schwachen US-Konjunktur auf die Region in Grenzen halten. Er geht davon aus, dass die Schwäche der größten Volkswirtschaft der Welt unter anderem mit Unterstützung der US-Notenbank weniger ausgeprägt als befürchtet ausfallen wird. Zudem steige die Nachfrage aus Asien nach Exportgütern aus Lateinamerika. "Einen weiteren Pluspunkt sehen wir darin, dass die Regierungen der meisten Länder ihre Hausaufgaben gemacht haben und nun in einem deutlich stabileren politischen Umfeld als bisher Leistungsbilanzüberschüsse erzielen", ergänzt Mermuys. Auf Branchenebene bevorzugt er derzeit neben den Energie- und Rohstoffriesen Petrobras und CVRD auch Finanzwerte wie Banco Itau Holding, Unibanco und Bradesco aus Brasilien.

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