Schwellenländerfonds
Fondsstrategie: Wer wagt, gewinnt

Im ersten Halbjahr haben risikoreichere Schwellenländer- und Rohstofffonds kräftig zugelegt: Bis zu 40 Prozent beträgt der Wertzuwachs bei den erfolgreichsten Produkten. Eine wachsende Mehrheit der Experten wittert Morgenluft an den Finanzmärkten.

FRANKFURT. Es ist eine spektakuläre Halbjahresbilanz für viele Investmentfonds: hohe zweistellige Gewinne konnten Investoren einstreichen, wenn sie auf das richtige Thema gesetzt hatten. Insbesondere die auf Schwellenländer konzentrierten Produkte kamen auf eine durchschnittliche Performance in der Größenordnung von 30 bis 40 Prozent. Die außergewöhnlichen Ergebnisse sind vor allem dem wachsenden Risikoappetit der Anleger im zweiten Quartal zuzuschreiben, nachdem die Märkte Anfang März bei schlechter Stimmung ihre bisherigen Tiefpunkte während der Finanzkrise erreicht hatten.

Einige Experten interpretieren die scharfen Kurserholungen von Anfang März bis Mitte Juni zwar nur als Zwischenerholung in einer langfristigen und schon knapp zwei Jahre dauernden Baisse. Sie erwarten eine weitere Wirtschaftseintrübung mit Turbulenzen für die Finanzmärkte. Aber dessen ungeachtet wittert eine wachsende Mehrheit Morgenluft. So meint Bert Flossbach, Vorstand des unabhängigen Vermögensverwalters Flossbach & von Storch: "Inzwischen gibt es erste Signale, dass das Schlimmste hinter uns liegen könnte. Die Hoffnung liegt auf den staatlichen Investitionsprogrammen, die bald erste Wirkungen entfalten könnten, und auf der robusten Konjunktur in den Schwellenländern."

Als Spitzenreiter glänzen nach einer Auswertung der Analysegesellschaft Feri Eurorating lateinamerikanische Aktienfonds mit einem durchschnittlichen Plus von 43 Prozent. Ausgewertet wurden rund 8 500 in Deutschland zugelassene Investmentfonds in- und ausländischer Anbieter. Will Landers als bester Verwalter schaffte in seinem Regionenfonds für Lateinamerika rund 70 Prozent. Der Blackrock-Manager blickt nach vorne: "Brasilien ist unser Top-Tipp, denn das Land ist recht widerstandsfähig gegen die Folgen die Finanzkrise."

In die vorliegende Feri-Bewertung gingen knapp 4 100 Produkte ein, die den ausgewählten 36 Anlageschwerpunkten zugeordnet wurden. Die Reihenfolge richtet sich nach der durchschnittlichen Wertveränderung aller Fonds für den jeweiligen Schwerpunkt. Zusätzlich weist die Tabelle die durchschnittlichen Veränderungen über einen Fünfjahreszeitraum sowie den ertragreichsten Fonds für das erste Halbjahr aus.

Joachim Berlenbach von der Earth Resource Investment erzielte mit Titeln, die vorher stark eingebrochen waren, Erfolg. Mit dem Earth Exploration Fund setzt er auf kleine Förderfirmen im Rohstoffsektor. Mit einem Wertgewinn von rund 85 Prozent in diesem risikoreichen Anlagesegment schlägt er alle Konkurrenten, nicht nur die Wettbewerber in seiner Vergleichsgruppe der Rohstoff-Aktienfonds. Berlenbach glaubt, dass sich die asiatische und besonders die chinesische Wirtschaft von der Weltwirtschaft abkoppelt und setzt auf einen hohen Rohstoffbedarf Chinas.

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