Schwellenländerfonds legen zweistellig zu
Fondsmanager investieren in türkische Aktien

Die Börsen des Mittleren Ostens verzeichnen starke Kursgewinne – und mit ihnen der Fonds JP Morgan Middle East Equity.

HAMBURG. Der 239 Mill. Euro schwere Fonds hat in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von knapp 70 Prozent erzielt und steht damit unangefochten an der Spitze der Schwellenländerfonds (siehe Grafik). Dabei galt der von Ashraf El Ansary gemanagte Fonds bis vor kurzem noch als wenig beachteter Exot: Mit einem Anlageuniversum, das sich von Nordafrika über den Nahen und Mittleren Osten bis zur Türkei erstreckt, agiert der JP-Morgan-Manager in Märkten, auf denen kaum ausländische Investoren aktiv sind. Zu den größten Länderpositionen gehört die Türkei mit 28 Prozent, gefolgt von Israel (25 Prozent), Ägypten (18 Prozent) und Marokko (10 Prozent).

„Der Türkei kommt als Brücke zwischen Europa und dem Orient eine große Bedeutung zu“, so El Ansary. Für ein Engagement am Börsenplatz Istanbul sprechen zudem das Wachstumspotenzial des Landes, das durch sinkende Zinssätze und eine historisch niedrige Inflation begünstigt wird. Doch auch Ägypten und Jordanien hält El Ansary trotz hoher Bewertungen weiter für attraktiv. „Die Unternehmensgewinne in Ägypten sind nach wie vor robust und halten mit der Marktperformance Schritt“, so El Ansary.

Im Portfolio des zweitplatzierten Fonds Global Advantage Emerging Markets High Value, der von Michael Keppler gemanagt wird, sind dagegen derzeit kaum Exoten vertreten. Keppler, der zudem für den Kapitalfonds L.K., den Pro Fonds Emerging Markets und den Emerging Fund Trinkaus verantwortlich ist, setzt stattdessen vor allem auf klassische Schwellenländer wie Korea, Brasilien, Russland und die Türkei. Die vier Fonds verwalten zusammen ein Volumen von 445 Mill. Euro; der Auswahlprozess ist fast identisch.

„Ich investiere nur in Unternehmen, bei denen Substanz und Wachstum im richtigen Verhältnis zueinander stehen“, erläutert der Gründer von Keppler Asset Management. Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn- oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Firmen in 27 Schwellenländern werden daher ständig überprüft. Die wichtigste Rolle in Kepplers Anlagekonzept spielt jedoch die Länderauswahl. So zieht er sich aus Märkten mit überdurchschnittlichem Bewertungsniveau grundsätzlich vollständig zurück. „Der türkische Markt ist derzeit sehr interessant, da er sich mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 auf einem sehr niedrigen Niveau befindet“, erläutert Keppler. Zu seinen Aktienfavoriten gehören derzeit die russische Ölgesellschaft Lukoil, der koreanische Elektronikkonzern Samsung und die türkische Isbank. Keppler sieht weiteres Potenzial: „Die Schwellenländer sind die Nutznießer der Globalisierung“, so der Manager. In den nächsten fünf Jahren seien Renditen von durchschnittlich zwölf bis 15 Prozent drin.

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