Schwellenländerfonds von ABN Amro hält Quote über 30 Prozent
Renten-Manager vertrauen weiter auf Argentinien

Noch vor weniger als einem Jahr glänzten viele Fonds, deren Anlagestrategie auf Schwellenländeranleihen ausgerichtet ist, mit zweistelligen Renditen. Doch mittlerweile hat sich das Blatt grundlegend gewendet: Im Zwölf-Monats-Vergleich von 69 Fonds dieser Kategorie beträgt das durchschnittliche Plus nur noch 2,94 Prozent.

HAMBURG. Verglichen mit dem 40-Prozent-Plus von vor einem Jahr musste auch der aktuelle Spitzenreiter ABN Amro Global Emerging Markets Bond Fund kräftig Federn lassen. Dennoch schaffte ABN-Manager Raphael Kassin als einziger einen zweistelligen Wertzuwachs: Die Dollar-Tranche seines Fonds stieg um 13,52 Prozent, die auf Euro lautende Variante legte sogar um 17,82 Prozent zu.

Auch in den vergangenen zwölf Monaten zahlte sich für Käufer aus, dass Kassin Mut beweist und oft abseits der gängigen Marktmeinung agiert. "Obwohl viele Marktbeobachter zum Jahreswechsel 2005/ 2006 der Ansicht waren, dass die besten Zeiten für argentinische Staatsanleihen vorbei sind, haben wir diese Papiere weiter mit über 30 Prozent gewichtet", sagt Kassin. Das habe sich als goldrichtig erwiesen. Noch sieht er keinen Grund, seine Beteiligung zu reduzieren. Dasselbe gilt für Anleihen aus Venezuela, die mit 24 Prozent zweitgrößte Länderposition. "In Asien halten wir vor allem die Philippinen und Indonesien für aussichtsreich", nennt Kassin weitere Favoriten.

Ebenso beharrlich, wie die zwei Währungstranchen des ABN-Amro-Fonds innerhalb ihrer Vergleichsgruppe die Spitzenplätze belegen, ist ihnen der Ashmore Emerging Markets Debt Fund auf den Fersen: Bereits seit Juli liegt der Fonds der auf Schwellenländer-Investments spezialisierten Gesellschaft Ashmore auf Platz drei dieser Kategorie. Anders als Kassin, der aktuell lediglich in sieben Ländern investiert ist, streut Fondsmanager und Research-Leiter Jerome Booth das Portfolio im Schnitt über 35 Länder.

Dabei gestattet sich Booth im Einzelfall ebenfalls recht deutliche Abweichungen vom Vergleichsindex JP Morgan Emerging Markets Bond: So gewichtet er Brasilien im Portfolio mit rund 20 Prozent etwa doppelt so hoch, auch Russland hat mit 17 Prozent einen deutlich höheren Anteil als es der Index vorgibt.

Kassins Favorit Argentinien spielt im Ashmore-Fonds mit einer Gewichtung von rund acht Prozent dagegen eine vergleichsweise geringe Rolle, weil Booth die Aussichten für das Land eher verhalten beurteilt. Auch Anleihen in lokaler Währung sind in beiden Fonds unterschiedlich vertreten: So verzichtet Kassin derzeit ganz auf diese Papiere. Booth hingegen hält rund 15 Prozent des Portfolios in auf mexikanischen Peso, brasilianischen Real, Rubel und Zloty lautenden Titeln.

Autorin: C. Lindenberg, Das Investment

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