Schwellenländervermögen von Axa leidet unter dem Verzicht auf Staatsbetriebe
Bric-Fonds bleiben auf Wachstumskurs

Das K macht den großen Unterschied. Während zu den zehn besten Schwellenländerfonds der vergangenen zwölf Monate sieben Bric-Fonds gehören, hat der Axa WF Talents Brick 18 Prozent verloren. Das sind 52 Prozentpunkte Differenz zum Erstplatzierten und der vorletzte Rang unter 110 Vergleichsfonds.

HAMBURG. Bric steht für Brasilien, Russland, Indien und China. Das zusätzliche K beim Axa-Fonds steht für Korea. Doch auf Korea ist das Minus gar nicht zurückzuführen. "Wir investieren nur in Unternehmen, in denen Familien oder Unternehmer die Hauptanteilseigner sind", erklärt Portfoliomanager Nils Meinefeld. Das führe automatisch zu einer Untergewichtung in den gut gelaufenen Sektoren Energie und Telekommunikation, da diese von Staatsbetrieben dominiert würden.

Zudem habe der Fonds besonders stark unter der Liquiditätskrise gelitten. Meinefeld: "70 Prozent des Portfolios sind in kleine und mittlere Firmen investiert, deren Aktien besonders stark getroffen wurden." Zudem sei knapp ein Viertel des Portfolios in Holding-Unternehmen investiert, die stärker als Tochtergesellschaften betroffen seien. "Über fünf Prozent der unterdurchschnittlichen Entwicklung lassen sich allein auf dieses technische Phänomen zurückführen", so Meinefeld.

Eigentlich müsste der Axa-Fonds eher Bick heißen, denn Russland ist derzeit nicht vertreten. Es werden nur Firmen gekauft, die eine mindestens zehnjährige Historie haben, transparent agieren und Aktien an Minderheitsaktionäre herausgeben. "Solche Entrepreneurs gibt es in Russland derzeit leider relativ wenige", sagt Meinefeld. Aktuell sind 34 Prozent des Portfolios in China investiert, 22 Prozent in Indien, 17 Prozent in Südkorea und acht Prozent in Brasilien und anderen Ländern Lateinamerikas.

Ganz anders sieht das Portfolio des Erstplatzierten Goldman Brics Portfolio aus. Dort stecken 32 Prozent in China, 28 Prozent in Brasilien, 21 Prozent in Russland und 16 Prozent in Indien. Damit ist der Fonds gegenüber dem MSCI-Bric-Index in China und Indien leicht unter- und in Russland und Brasilien leicht übergewichtet. Den Erfolg führt Portfoliomanager Richard Flax vor allem auf die Vor-Ort-Teams mit guten Kontakten zu Unternehmen sowie politische und wirtschaftliche Instanzen zurück. Daneben profitiere der Fonds vom hauseigenen Research. "Daraus entstehen signifikant andere Markteinschätzungen, die wiederum zu einer Outperformance in schwierigen Marktphasen führen", sagt Flax. Goldman prognostiziert ein jährliches Wirtschaftswachstum bis 2010 von 3,7 Prozent für Brasilien, 5,5 Prozent für Russland, 7,4 Prozent für Indien und 9,3 Prozent für China.

Autorin: Daniela Hoepfner, Das Investment

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