Schwellenmärkte
Brasilien beflügelt Lateinamerika-Fonds

Die Börsen in Lateinamerika befinden sich seit über drei Jahren im Höhenflug - daran ändern auch die jüngsten Kurskorrekturen nichts. Nachdem es im Juni und Juli erst nach unten und dann wieder nach oben ging, liegt der Aktienindex MSCI Latin America um knapp zehn Prozent höher als zu Jahresbeginn.

HAMBURG. "Im Gegensatz zu anderen Schwellenmärkten gibt es in Lateinamerika derzeit kaum strukturelle Themen, die Besorgnis erregend sind", sagt Stefan Herz von der britischen Fondsgesellschaft Charlemagne Capital. Die hohe Volatilität der Aktienmärkte resultiere fast ausschließlich aus externen Faktoren und nicht aus lokalen Ereignissen. Auch für die Zukunft ist Herz optimistisch gestimmt - trotz der im Oktober anstehenden Wahlen in Brasilien. "Die Lage in Lateinamerika ist relativ stabil, und die Politik wirkt sich weniger als zuvor auf die Entwicklung an den Märkten aus", sagt der Charlemagne-Manager. Davon profitiere auch der von ihm betreute Magna Latin American. Derzeit sind rund 61 Prozent des lediglich 18 Mill. Euro schweren Fonds in brasilianische Titel investiert. Mit Erfolg: In den vergangenen zwölf Monaten hat der im Dezember 2004 aufgelegte Fonds ein Plus von 50,7 Prozent erzielt und führt seine Vergleichsgruppe an (siehe Tabelle).

Neben dem hohen Brasilien-Engagement gab laut Herz auch die Übergewichtung von Konsumwerten gegenüber Rohstoffen Auftrieb. Außerdem hat er relativ viele mittlere und kleinere Aktien im Depot, die dem Verkaufsdruck der vergangenen Wochen besser standgehalten haben als Standardwerte. Zu den größten Positionen im Portfolio gehören derzeit die Warenhauskette Lojas Renner, der Mobilfunkanbieter America Movil sowie der Ölkonzern Petrobras.

Auch der zweitplatzierte Fidelity Latin American hat mehr als die Hälfte seines Fondsvermögens in Brasilien investiert. Dabei setzen die beiden Manager Brent Bottamini und Adam Kutas, die seit April 2005 am Ruder des 544 Millionen Euro schweren Fonds stehen, vor allem auf Roh- und Wertstoffe (29 Prozent), gefolgt von den Bereichen Finanzen (17 Prozent) und Telekommunikation (13 Prozent). Die größten Positionen sind American Movil, Cemex und Unibanco.

Thomas Portig, der Leiter der Fondsanalyse bei H.C.M. Capital Management, ist von beiden Fonds überzeugt. "Sie gehören zu den besten Produkten ihrer Vergleichsgruppe", sagt der Analyst. Zudem ähnelten sie sich bei den Kennzahlen. Einzig in puncto Größe sieht Portig einen Vorteil für den Magna Latin American: "Auf Grund des geringen Volumens ist der Fonds sehr viel flexibler und wendiger." Dagegen spreche für den Fidelity-Fonds, dass er seit 1994 am Markt sei und somit über eine längere Historie verfüge.

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