SEB-Fonds
Nebenwerte aus Osteuropa geben Auftrieb

Die Fondsbranche gibt sich längst nicht mehr mit breit anlegenden Produkten zufrieden, viele Neuheiten auf dem Markt decken ein sehr eng gefasstes Anlagespektrum ab. Dazu gehört auch der 1998 aufgelegte Fonds SEB Eastern Europe Small Cap, der seit Anfang dieses Jahres auch in Deutschland aktiv vertrieben wird.

HAMBURG. Der SEB Eastern Europe Small Cap setzt als einziger Osteuropafonds seinen Schwerpunkt auf Nebenwerte. Mit dieser Ausrichtung war SEB-Manager Wojciech Rostorowski in den vergangenen zwölf Monaten sehr erfolgreich: So belegt sein Fonds in der aktuellen Auswertung von Feri Rating & Research mit einem Wertzuwachs von 24,21 Prozent den Spitzenplatz unter 48 in Osteuropa anlegenden Produkten.

"Unter anderem entwickelten sich unsere Engagements in den baltischen Ländern sehr gut", sagt Rostorowski. Bei der Titelauswahl kommen für den Fonds rund 1 000 Unternehmen aus Osteuropa in Betracht. Zwar gehört auch die Türkei zum Anlageuniversum, investiert hat Rostorowski dort bislang aber noch nicht. "Hinsichtlich der Marktkapitalisierung gibt es keine Ober- und Untergrenze, allerdings liegt der Schwerpunkt bei Unternehmen mit einem Börsenwert unter 700 Millionen Dollar", erläutert der SEB-Manager, der stets mindestens 50 Prozent des Portfolios in Aktien aus der zweiten Reihe hält.

Für die weitere Entwicklung dieses Segments gibt sich Rostorowski zuversichtlich: "Nebenwerte korrelieren eng mit der Entwicklung der Industrieproduktion, und diese weist nach wie vor hohe Wachstumsraten auf." Zudem sei es generell einfacher, in diesem Anlagesegment unterbewertete Perlen zu finden. Diese Einschätzung teilt grundsätzlich auch Oleg Biryulyov. Er managt den mit einem Plus von 13,23 Prozent auf Rang vier liegenden Eastern von JP Morgan, der mit einem Volumen von rund 1,4 Mrd. Euro zu den Schwergewichten seiner Vergleichsgruppe gehört.

Angesichts dieses Volumens lässt Biryulyov Nebenwerte jedoch weitgehend außen vor. "Für einen Fonds dieser Größenordnung sind größere Engagements angesichts der geringen Liquidität dieser Titel nicht möglich", sagt der JP-Morgan-Manager, dessen Portfolio derzeit eine durchschnittliche Marktkapitalisierung von 0,5 Mrd. Dollar aufweist. Auch wenn er Aktien aus der zweiten Reihe generell für attraktiv hält, sieht der JP-Morgan-Manager keinen Vorteil in einem auf diese Titel fokussierten Produkt. Nebenwerte deckten lediglich ein Fünftel der gesamten osteuropäischen Aktienmarktes ab. "Da ergibt es wenig Sinn, das Anlageuniversum für Investoren derart zu beschränken", so Biryulyov. Auch andere große Fondshäuser setzten lieber auf Fonds, die alle Marktkapitalisierungen abdeckten.

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