Setzen auf die Schiffbranche
ETF im Schlepptau

Während der weltweiten Wirtschaftskrise ist die Nachfrage nach Fracht- und Containerschiffen zurückgegangen. Nun bekommt die Branche wieder neue Aufträge. In den Aktienkursen allerdings drücken sich die Aussichten nur unzureichend aus, weshalb der einzige Indexfonds, der auf die Schiffsbaubranche setzt, sich noch in flachen Börsengewässern bewegt.
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Der Warenstrom rund um den Globus gewinnt seine Dynamik zurück. Nach Untersuchungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, nimmt der weltweite Warenhandel seit seinem Einbruch in der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder zu.

Noch vor kurzem galten Containerschiffe als Symbol für diese Krise. Der Handel zwischen den Kontinenten war abrupt zusammengebrochen und viele Frachter wurden kurzerhand von ihren Reedern vor Anker gelegt – Überkapazitäten prägten den Markt. Nun signalisiert der Baltic Dry Index, der die Entwicklung der Frachtraten widerspiegelt, einen Anstieg. Im Jahr 2008, inmitten der Krise, war er um mehr als 90 Prozent von Hochpunkt aus eingebrochen.

Neue Aufträge für Schiffsbauer

Im Schlepptau der anziehenden Weltwirtschaft steigt die Nachfrage nach Containern für den Versand der Waren. Und damit steigt auch die Nachfrage nach Containerschiffen. „Das Wachstum am Containermarkt wird in diesem Jahr zwölf Prozent betragen“, prognostiziert Burkhard Lemper, Leiter der Abteilung Maritime Wirtschaft und Verkehr beim Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL). Allerdings sei der Markt schon im ersten Halbjahr um 17 Prozent gewachsen, sodass die Zuwachsraten zum Jahresende niedriger ausfallen. Dennoch sieht Lemper auch für die Zukunft eine wachsende Nachfrage nach Containern: „2011 wird die Steigerungsrate bei acht bis zehn Prozent liegen, bis zum Jahr 2020 sehen wir ein durchschnittliches jährliches Wachstum beim Containerumschlag von 6,5 Prozent.

Nun werden stillgelegte Schiffe reaktiviert, um dem steigenden Bedarf an Transportmitteln über die Weltmeere nachzukommen. „Inzwischen gehen bei den Schiffsbauunternehmen erste Bestellungen für neue Frachter ein“, so Lemper. Die Auftragsbücher der Fracht- und Schiffsbauer füllen sich und die prognostizierten Zuwachsraten beim Containerumschlag dürften für ein Aufatmen in der Branche sorgen. Bislang klafft aber noch eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit, denn in den Aktienkurse drücken sich die Aussichten noch unzureichend aus.

Im Mai dieses Jahres hat ETF Securities einen Indexfonds auf den Dax-Global-Shipping-Index (ISIN: DE000A0Q8M45) aufgelegt. Der ETF bildet den Index im Verhältnis eins zu hundert mithilfe von Swaps ab. „Der Index beinhaltet zur Zeit Aktien aus sechs verschiedenen Ländern, die in sechs verschiedenen Währungen und in drei unterschiedlichen Zeitzonen gehandelt werden. Deshalb ist es einfacher, den ETF nicht direkt mit Aktien zu unterlegen“, erklärt Michael Geister von ETF Securities.

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