Shareholder Activism
Aktivisten bescheren Aktionären Gewinne

Aktivistische Hedge-Fonds, die Unternehmen zu Übernahmen, Aufspaltungen oder hohen Ausschüttungen drängen, betreiben ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell: Das Geschäft entwickelt sich besser, der Börsenkurs auch. Dafür leidet die Bonität, weil oft die Fremdverschuldung in die Höhe getrieben wird.

LONDON. Eine Studie der New York University aus dem vergangenen Jahr beweist, dass die aggressiven Fonds mit zwei Dritteln ihrer Angriffe Erfolg haben. In rund 60 Prozent der Fälle konnten sie ihre Forderungen ganz oder zumindest teilweise durchsetzen – zum Nutzen der Aktionäre.

Die Studie zeigt, dass sich der Börsenkurs der attackierten Unternehmen im Schnitt um sieben Prozent besser entwickelt hat als die entsprechenden Vergleichsindizes. Gleichzeitig hat sich die Geschäftsentwicklung der Unternehmen in den zwei Jahren nach dem Einstieg der Hedge-Fonds messbar verbessert. Auch für ihre eigenen Investoren verdienen die Fonds gutes Geld. Seit Anfang des Jahres haben so genannte Event Driven Hedge-Fonds, in diese Kategorie fallen die Aktivisten, eine Rendite von mehr als zwölf Prozent erzielt.

Aktivistische oder aggressive Fonds machen zwar nur rund fünf Prozent des gesamten Hedge-Fonds-Universums aus, weil sie aber ihre Angriffe in der Regel öfter öffentlich fahren, stehen sie besonders im Scheinwerferlicht. Untersuchungen wie die Studie der New York University stützen die Befürworter der aggressiven Fonds, die argumentieren, dass die Aktivisten für eine effektivere Unternehmenskontrolle und damit für eine Stärkung der gesamten Volkswirtschaft sorgen.

Die Ratingagentur Moody's warnte Mitte Juni diesen Jahres allerdings, dass das nicht immer der Fall sein muss. In der Regel unterminiere der Angriff kurzfristig orientierter aggressiver Fonds die Bonität der Unternehmen und schade damit zumindest den Anleiheinvestoren.

In der Mehrheit der Fälle komme es zu negativen Rückwirkungen auf die Kreditqualität der Firmen. Vor allem wenn die Attacken dazu führten, dass Unternehmensteile verkauft würden und der Erlös den Aktionären zufließe. Schlecht für die Bonität sei es auch, wenn die Hedge-Fonds auf Dividendenerhöhungen oder Programme zum Aktienrückkauf drängten oder eine höhere Fremdverschuldung forderten, um damit Sonderausschüttungen zu finanzieren.

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