Single-Hedge-Fonds dürfen nur auf dem Weg der Privatplatzierung vertrieben werden – Unsichere Rechtslage
Branche sucht nach Werbe-Alternativen

Unter den Hedge-Fonds sind die Single-Hedge-Fonds für den Anleger besonders risikoreich. Daher dürfen sie auch nicht öffentlich vertrieben und beworben werden. Die Branche sieht sich nach anderen Werbemöglichkeiten um. In der Regel müssen die Kunden von sich aus die Initiative ergreifen.

HB DÜSSELDORF. Hedge-Fonds können gefährlich sein. Besonders Single-Hedge- Fonds, die nur eine Strategie verfolgen, bei der Auswahl der Investments aber nahezu keinen Beschränkungen unterliegen, wird ein hohes Risikopotenzial zugeschrieben. Deshalb sieht das Investmentmodernisierungsgesetz, das seit Anfang des Jahres Hedge-Fonds in Deutschland grundsätzlich erlaubt, besondere Vertriebsvorschriften für diese Asset-Klasse vor. Zum einen muss der Verkaufsprospekt für Single-Hedge-Fonds mit einem deutlichen Warnhinweis ausgestattet sein, der da lautet: „Der Bundesminister der Finanzen warnt: Bei dieser Kategorie von Investmentfonds müssen Anleger bereit und in der Lage sein, Verluste des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust hinzunehmen.“ Darüber hinaus gilt für Single-Hedge-Fonds ein striktes Werbeverbot. Sie dürfen ausschließlich auf dem Weg der Privatplatzierung verkauft werden. Lars Jaeger, Spezialist für Hedge-Fonds-Risikomanagement und Partner der Schweizer Partners Group, hat dafür großes Verständnis: „Es ist weltweit völlig üblich, dass Single-Hedge-Fonds nicht öffentlich vertrieben werden dürfen und das ist so auch sehr zu begrüßen.“

Wie aber können solche Investments, die zum Teil sehr lukrative Gewinne versprechen und für einige sehr vermögende Anleger eine interessante Beimischung für das Portfolio sein können, an den Kunden gebracht werden? Ralf Lochmüller, Geschäftsführer von Lupus alpha, der Asset Management Gesellschaft, die am 31. März den ersten Single Hedge-Fonds in Deutschland aufgelegt hat, reagiert sehr zurückhaltend: „Die Anleger müssen auf uns zu kommen“, sagt er. Verkaufsprospekte würden ausschließlich auf schriftliche Anfrage des Kunden verschickt. „Wir dokumentieren das sehr genau, um erst gar nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, Werbung zu betreiben“, sagt Lochmüller. Vertriebsvereinbarungen mit Banken gäbe es aus diesem Grunde auch nicht. Die Vorsicht von Lupus alpha ist nicht unberechtigt. Wird ein Finanzdienstleister beim Bewerben von Single-Hedge-Fonds erwischt, drohen Strafen bis zur Höhe von 50 000 Euro und das, obwohl noch nicht in allen Punkten geklärt ist, was zum verbotenen „öffentlichen Vertrieb“ gehört und was nicht.

Ein Sprecher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sagt: „Was den Bereich Werbung angeht, entscheiden wir im Augenblick vieles noch von Fall zu Fall. Wir befinden uns in einem Prozess, in dem wir klären müssen, wie manche Bestimmungen auszulegen sind.“ Ein Beispiel ist die Veröffentlichung von Fondspreisen. Einerseits ist es untersagt, die Preise von Single-Hedge-Fonds in den Börsenzeitungen zu veröffentlichen, weil das als eine Form des Werbens interpretiert wird. Andererseits müssen unter anderem aus steuerlichen Gründen die Preise monatlich bekannt geben werden. Ralf Lochmüller sieht hier ein großes Dilemma. „Es ist im Interesse des Kunden unbedingt zu definieren, was Vertrieb ist und was Information.“ Die Performance dieser nicht ganz leicht zu verstehenden Asset-Klasse sei ein wichtiger Transparenzfaktor. Deshalb müsse man die Entwicklung eines Single-Hedge-Fonds anzeigen dürfen.

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