Single-Hedge-Fonds sind unabhängiger von der Marktentwicklung
Investor muss Chancen und Risiken abwägen

Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Stiftungen und Versicherungen kämpfen derzeit mit einem komplexen Problem: Anspruchsvollen Zahlungs- und Ertragsverpflichtungen stehen immer enge Risikobudgets für die Kapitalanlage gegenüber.

HB FRANKFURT. Institutionelle setzen deshalb verstärkt auf Absolute-Return-Strategien, wie sie etwa Single-Hedge-Fonds verfolgen. Diese Asset-Klasse bietet allerdings Chancen und Risiken, die es sehr genau abzuwägen gilt. Viele institutionelle Anleger haben in den vergangenen Jahren den Fehler gemacht, ausschließlich in zwei Asset-Klassen zu investieren: Aktien und Renten. Diese verengte Anlagestrategie hat sich in Zeiten sinkender Aktienkurse als fatal erwiesen.

Jetzt steigen zwar die Aktien wieder, aber es fehlt das Risikobudget, um die damit verbundenen Risiken eingehen zu können. Ein Ausweg aus diesem Dilemma versprechen Strategien, die versuchen, über einen rollierenden Zeitraum unabhängig von der Marktentwicklung positive Erträge zu erzielen. Single-Hedge-Fonds sind ein geeignetes Instrument, um diese Strategien zu verfolgen. Denn im Gegensatz zu Aktien- oder Rentenfonds können sie sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen. Zudem können Hedge-Fonds-Manager in sämtliche Asset-Klassen investieren, verfügen also über ein sehr breites Anlagespektrum. Daher weisen Single-Hedge-Fonds in der Regel eine geringe Korrelation zu anderen Märkten auf und leisten einen wichtigen Beitrag zur Risikodiversifizierung des Gesamtportfolios.

Mit welcher Strategie der Hedge-Fonds einen stabilen absoluten Ertrag erwirtschaftet, ist für den Investor eigentlich nebensächlich. Und doch lohnt sich der Blick auf die verschiedenen Investmentstile. Ein Managed-Futures-Fonds etwa investiert mittels Termingeschäften innerhalb der Anlageklassen Renten, Aktien, Rohstoffe und Währungen. Ein Global-Makro-Fonds nutzt – basierend auf einer makroökonomischen Analyse – Veränderungen auf den Aktien-, Renten- und Devisenmärkten zur Erzielung von Erträgen. Diese Investmentstile erfordern es, ein direktionales Risiko einzugehen. Das bedeutet, dass der Manager sich eine klare Marktmeinung bildet, entsprechend investiert und direktes Risiko auf die Bücher nimmt.

Um dieses Risiko verantwortungsvoll und erfolgreich managen zu können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst muss eine klare Anlagestrategie entwickelt werden. Dazu muss der Fonds-Manager festlegen, in welche Märkte er grundsätzlich investieren will, welche Anlageinstrumente er einsetzen wird und welches Risikolimit er wählt. Eine Short- beziehungsweise Long-Positionierung sollte der Manager nur dann eingehen, wenn er eine klare Marktmeinung hat.

Bei Investitionen in Hedge-Fonds ist außerdem eine effiziente und nachhaltige Risikokontrolle unverzichtbar. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, überwiegen aus Sicht eines institutionellen Anlegers die Vorteile der Asset-Klasse Single-Hedge-Fonds.

Wilfried Wendt ist Chief Investment Officer bei Ampega Asset Management in Frankfurt.

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