Sinkende Zinsen in der Euro-Zone erwartet
Spängler-Rentenfonds setzt auf Sicherheit

Die Analyse des Euro-Rentenmarktes ist vielschichtig. Dies erschwert die strategischen Entscheidungen von Fondsmanagern, die auf dieses Anlagesegment spezialisiert sind. Manche Investmentfonds decken die gesamte Bandbreite der zur Verfügung stehenden Wertpapiere ab, andere berücksichtigen nur bestimmte Teilbereiche wie Renten mit einer speziellen Restlaufzeit.

HB HAMBURG. Durch diese Spezialisierung kann es zu beträchtlichen Unterschieden in der Wertenwicklung kommen. Das haben die vergangenen zwölf Monate eindrucksvoll bestätigt: Fonds wie der Fortis Fund Bond Long Euro Classic oder der UniEuroBond XL von Union Investment verzeichnen angesichts der seit Sommer 2004 deutlich gesunkenen Renditen an den Rentenmärkten deutliche Kursgewinne und glänzen aktuell mit Zuwächsen von mehr als 15 Prozent. Euro-Rentenfonds, die das Fondsvermögen breit über verschiedene Laufzeiten streuen, kamen dagegen im Durchschnitt nur auf 7,45 Prozent. Diese Fonds sind andererseits aber auch deutlich weniger von Kursverlusten bedroht, wenn die Renditen wieder steigen.

"Um diese Unterschiede stärker zu betonen, haben wir unsere entsprechende Vergleichsgruppe noch einmal untergliedert", sagt Achim Backhaus von Feri Trust. Die Bad Homburger Analysegesellschaft liefert die Daten für die täglichen Fondsberichte im Handelsblatt. Künftig finden sich auf Langläufer sowie auf Papiere mit mittlerer Restlaufzeit spezialisierte Fonds jeweils in einer eigenen Vergleichsgruppe wieder; die Kerngruppe "Euro- Rentenfonds" schrumpft von 283 auf 130 Angebote.

Neuer Spitzenreiter dieser Kategorie ist der Spängler SparTrust M der Salzburger Privatbank Carl Spängler, der zwischen Anfang August 2004 und Ende Juli 2005 immerhin um 11,73 Prozent zulegte. Streng genommen handelt es sich allerdings auch dabei um eine Spezialität. Fondsberater Günther Schupp von der österreichischen Investmentgesellschaft Erste-Sparinvest (Espa) hält ausschließlich österreichische Schuldverschreibungen im Portfolio. "Das M im Fondsnamen steht für mündelsicher", erläutert Schupp. Dieses Höchstmaß an Sicherheit garantieren aber nach österreichischem Rechtsverständnis ausschließlich inländische Papiere. Der Vorteil aus Schupps Sicht: "Aufgrund der besseren makroökonomischen Rahmendaten boten und bieten österreichische Staatstitel eine geringfügig höhere Rendite als zum Beispiel deutsche Bundesanleihen." Obwohl der Espa-Manager konsequent auf Werterhalt bedacht ist, liegt die durchschnittliche Restlaufzeit der Papiere, die in seinem Fonds vertreten sind, derzeit bei mehr als zehn Jahren. Schupp: "Die Inflation ist weder im Euro-Raum noch in den USA ein Risiko, und die Probleme beim Wachstum, bei der Beschäftigung und bei den Investitionen bleiben ungelöst. Vor diesem Hintergrund dürften sich die Euro-Zinsen tendenziell weiter nach unten bewegen." Indes, sollte es anders kommen, sieht sich Schupp auch dafür gerüstet: Kurzfristig steigende Zinsen würde er mit entsprechenden Termingeschäften versuchen abzufedern.

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