Skandia tauscht Führung aus
China-Fonds hoffen auf steigende Binnennachfrage

Obwohl Hongkong seit 1997 offiziell zu China gehört, hat die ehemalige britische Kronkolonie nach wie vor eine eigene Fußballnationalmannschaft und eine eigene Währung. Und auch Investoren betrachten beide Regionen separat. Dabei macht derzeit vor allem China das Spiel.

HAMBURG. Lilian Co etwa schreibt den Erfolg des von ihr gemanagten Baring Hong Kong China Fund vor allem dem seit Anfang dieses Jahres gesteigerten China-Engagement zu. "Der Fonds war stark in chinesischen Grundstücksgesellschaften, Finanzdienstleistern und Rohstoffen positioniert, die sehr gut liefen", sagt Co. In den zwölf Monaten bis Ende April hat der Baring Hong Kong China 60,12 Prozent an Wert gewonnen und führt damit seine Vergleichsgruppe an.

Lediglich knapp fünf Prozent legte hingegen das Schlusslicht Skandia Greater China Equity zu. Auch über drei Jahre hinkt der 1998 aufgelegte Fonds des schwedischen Versicherers dem Markt um Längen hinterher. Besserung soll ein Strategie- und Managementwechsel bringen. Bis Dezember 2005 durfte der Fonds nur auf dem chinesischen Festland investieren, nun darf er im Großraum China inklusive Hongkong und Taiwan einkaufen. Zeitgleich mit dem Strategiewechsel hat First State Investments das Fondsmanagement von der Pekinger Gesellschaft China Securities übernommen.

First-State-Manager Martin Lau vollzieht nun eine Totalsanierung: Nur etwa 23 Prozent der ursprünglich gehaltenen Aktien sollen im Portfolio bleiben. Dabei setzt Lau ähnlich wie Baring Co-Managerin vor allem auf Firmen, die von der anziehenden Binnenwirtschaft profitieren. Bei der Umsetzung geht er jedoch einen anderen Weg: Während beim Baring-Fonds weniger als zehn Prozent des Portfolios in Finanzdienstleistern stecken und nur ein Prozent in Taiwan, sind es beim Skandia-Fonds 34 beziehungsweise 22 Prozent.

Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters SJB Fondsskyline hat jedoch weder den Skandia - noch den Barings-Fonds auf der Empfehlungsliste - wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Bei Skandia ist es die Neuausrichtung weg vom Festland Chinas. "Investoren sollten dort Position beziehen, wo die Chancen am größten sind", sagt Bennewirtz. Das sei im Moment das chinesische Festland. Beim Baring-Fonds stimme zwar die Ausrichtung, doch sei dieser schon sehr gut gelaufen. Bennewirtz verfolgt einen strikt antizyklischen Ansatz, um mehr Potenzial für künftige Aufwärtsbewegungen zu haben. Vor diesem Hintergrund favorisiert er den aktuell nicht unter den Top Ten vertretenen Invesco PRC Equity Fund. Dessen Fokus liege seit 2004 auf Chinas Festland, wo Invesco über wichtige und langjährige Kontakte verfüge.

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