Skeptische Anleger
Wetten auf Goldanstieg drastisch gesunken

Die Wetten auf einen steigenden Goldpreises sind Anfang Dezember um 16 Prozent gesunken. Damit sind sie so niedrig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Kein gutes Zeichen für Goldanleger.
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New YorkSeit 2007 sind Hedgefonds nicht mehr so wenig optimistisch gewesen, dass der Goldpreis steigen wird, wie jetzt. Anzeichen für eine Zunahme des US- Wirtschaftswachstums erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank Federal Reserve ihre lockere Geldpolitik straffen wird. Dadurch sinkt die Attraktivität von Anlagen, die als „sicherer Hafen“ gelten.

Die Netto-Longpositionen bei Gold, mit denen Investoren auf einen Anstieg des Goldpreises setzen, sind in der Woche bis zum 3. Dezember um 16 Prozent auf 26.774 Termin- und Optionskontrakte gesunken. Das ist die geringste Anzahl seit Juni 2007, wie Zahlen der US Commodity Futures Trading Commission zeigen. Hingegen erhöhten sich die Wetten auf einen sinkenden Goldpreis um 6,2 Prozent auf 79.631 Kontrakte, was nur 0,6 Prozent unter dem Rekord vom Juli liegt.

Der Goldpreis ist dieses Jahr um 27 Prozent eingebrochen. Das Edelmetall steht damit vor dem größten jährlichen Preisrutsch seit 1981. Gleichzeitig steigen die Aktienkurse, und die Inflation nimmt ab.

Die weltweiten Positionen in börsennotierten Produkten (ETP), die mit Gold unterlegt sind, sanken dieses Jahr um 30 Prozent auf das niedrigste Niveau seit März 2010, und der Wert schmolz um 69,4 Milliarden Dollar ab.

In den USA ist die Arbeitslosenrate im November auf ein Fünfjahrestief zurückgegangen. Zugleich übertraf das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten. Der Anteil der Ökonomen, die davon ausgehen, dass die Fed bereits in diesem Monat mit der Verringerung ihrer monatlichen Anleihekäufe beginnen wird, verdoppelte sich nach dem Arbeitsmarktbericht vom 6. Dezember. Der Goldpreis war im September 2011 auf einen Rekord geklettert, als die Fed über zwei Billionen Dollar in das Finanzsystem pumpte.

„Bei Gold zeigt sich jetzt die Kehrseite der Euphorie, die von 2009 bis 2011 vorhanden war“, sagt Sameer Samana, Stratege bei Wells Fargo Advisors. „Die Leute erfasst jetzt die Reue des Käufers, während sie nach anderen Anlagen suchen, die wertbewahrend sind. Solange sich der Markt nicht mehr Sorgen über eine Zunahme der Inflation macht, wird Gold es schwer haben, in Schwung zu kommen.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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