Smart-Beta ETF: Die speziellen Indexfonds
Die Welt ist nicht genug

Einfach nur in einen Index wie den MSCI World zu investieren, reicht vielen Anlegern nicht. Sie wählen Indexfonds mit einem gewissen Pfiff. Viele dieser Trendprodukte nennen sich „smart“ – doch ist ein Kauf auch clever?
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DüsseldorfClever sollen sie sein, die neuen Produkte. Cleverer als das deutsche Standardwertebarometer Dax, der amerikanische S&P 500 oder der Weltaktienindex MSCI World beispielsweise. Aber sie sollen auch kostengünstig sein wie ein börsengehandelter Indexfonds, kurz ETF. Dabei sind sie aber fast so individuell wie ein aktiv gemanagter Fonds. Geht nicht? Geht doch. Zumindest wenn man den Emittenten neumodischer Indexfonds glaubt. „Smart Beta“ lautet das neue Gütesiegel, dass immer mehr ETFs ziert.

Hinter „Smart Beta“ steckt schlicht und einfach eine regelbasierte Geldanlage. Herkömmliche Indizes werden neu interpretiert, intelligenter, so zumindest das Produktversprechen. Das passiert, indem die Emittenten alternative Gewichtungsmethoden benutzen. Der Fondsanbieter weicht also von der Marktkapitalisierung ab, die bei den meisten gängigen Indizes über das Gewicht einzelner Aktien entscheidet. So wird dann beispielsweise das Übergewicht besonders hoch bewerteter Titel reduziert. Nimmt er nämlich alle im Index enthaltenen Werte zu gleichen Teilen in das Portfolio auf, steigert er den Anteil von aktuell niedrig bewerteten Aktien, die mehr Wachstumspotenzial haben. Dadurch profitiert der ETF stärker als der zugrunde liegende Index von der Aufholjagd schwach bewerteter Titel.

Fondsanbieter können auch die Volatilität eindämmen, indem sie Titel stärker gewichten, die in der Vergangenheit durch besonders niedrige Schwankungen aufgefallen sind. Auch die Dividendenrendite, Unterbewertungen bei Substanzaktien, also Value-Titeln, oder der Renditevorteil kleinerer Aktien können Faktoren sein, nach denen ein Index smart gewichtet wird.

Gleich gewichtete Indizes als Spielart

Experten können diesen Strategien einiges abgewinnen. „Einiges macht Sinn, aber nicht alles“, sagt Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau (IVA). Auf jeden Fall sei Smart Beta aber eine Bereicherung.  „Denn es gibt sicher sinnvollere Interpretationen des Marktes als die Marktkapitalisierung.“ Auch Detlef Glow vom Analysehaus Lipper findet Smart Beta „ganz schön smart“. Viele Produkte würden Marktineffizienzen ausbeuten, die belegt seien. „Also beispielsweise, dass Aktien kleinerer Unternehmen oder Value-Titel langfristig besser abschneiden als Standardwerte“, so Glow. Zwei Faktoren, die auch IVA-Experte Beck gut findet. Ihm gefallen aber vor allem gleich gewichtete Indizes.

Glow räumt allerdings ein: „Es ist nicht alles smart, wo smart drauf steht.“ So könnten Indizes, in denen die einzelnen Aktien nach der Höhe der Dividendenrendite gewichtet werden, durchaus auch ihre Tücken haben. „Nicht immer ist ein hoher Dividendentitel auch ein Gütesiegel, mitunter ist eine Aktie gerade abgestürzt, womit die Dividendenrendite rein rechnerisch natürlich steigt“, so Glow.

Kommentare zu " Smart-Beta ETF: Die speziellen Indexfonds: Die Welt ist nicht genug"

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  • "Nimmt er nämlich alle im Index enthaltenen Werte zu gleichen Teilen in das Portfolio auf, steigert er den Anteil von aktuell niedrig bewerteten Aktien, die mehr Wachstumspotenzial haben."

    Diese Aussage stimmt nicht zwingend! Bei einer Gleichgewichtung steigt zunächst einmal der Anteil von Aktien mit geringer Marktkapitalisierung im Vergleich zu herkömmlich gewichteten Indizes. Im Schnitt sind diese Aktien auch relativ zu ihren Fundamentaldaten günstig bewertet.

    Es kann jedoch auch sein, dass Aktien trotz ihrer niedrigen Marktkapitalisierung relativ teuer sind, bzw. anders herum auch Aktien mit hoher Marktkapitalisierung relativ günstig bewertet sind. Das hängt davon ab ob die zugehörigen Fundamentaldaten noch niedriger bzw. stärker sind.

    Ob nun die Mehrzahl der Aktien mit geringer Marktkapitalisierung nun günstig oder eher teuer bewertet sind, schwankt im Zeitverlauf. Deshalb ist Gleichgewichtung allein noch kein Allheilmittel!

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