„Source“ greift an
Bankentrio will ETF-Markt aufmischen

Am Montag wird ein Bankentrio aus Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Bank of America mit der übernommenen Merrill Lynch 13 börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und 22 Rohstoffprodukte (ETCs) an der Deutschen Börse notieren. Das erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Offiziell werden die Pläne auf diesem rasant wachsenden Markt am Montag vorgestellt. Seit Wochen spekulieren Insider über den neuen Wettbewerber.

FRANKFURT. Die Initiative unter dem Namen "Source" soll den Anbieter in wenigen Jahren auf den zweiten Platz der Anbieter-Hitliste in Europa katapultieren - so die interne Planung. Nach heutigem Stand müsste die Gesellschaft die dort platzierte Lyxor Asset Management mit 22,6 Mrd. Euro Vermögen verdrängen. Es führt die kürzlich an CVC Partners verkaufte Indexfondssparte von Barclays Global Investors.

Der Lyxor-Deutschland-Chef Thomas Meyer zu Drewer gibt sich trotz der Offensive gelassen. "Absichtserklärungen sind eine Sache, aber die Marktdurchdringung ist schwer", sagt er. Die Bankengruppe will, wie zu hören ist, auch offensiv Kunden von den drei maßgeblichen Anbietern Barclays, Lyxor und Deutsche Bank abwerben.

Die Deutsche Bank stuft den neuen Wettbewerber mit den Worten ihres ETF-Leiters Thorsten Michalik als "ernst zu nehmenden Konkurrenten ein". Den ambitionierten Angriff auf den zweiten Platz der europäischen Vermögens-Rangliste kontert Michalik: "Sollte Source das schaffen, sind wir zu dem Zeitpunkt vielleicht schon Nummer eins."

Die zunächst gelisteten Source-ETFs beziehen sich auf Aktienindizes wie den MSCI Welt oder den Dow Jones Euro Stoxx 50. Der preiswerteste ETF ist der Dow Jones 600 mit einer jährlichen Managementgebühr von 0,19 Prozent, der teuerste der Russell 2000 mit 0,45 Prozent. Bis Jahresende sollen 50 ETFs gelistet sein, die in Irland zugelassen sind. Insgesamt haben in Europa Ende März 26 Anbieter 672 ETFs mit 102,5 Mrd. Euro Vermögen notiert.

Die Anbietergesellschaft Source Investment Management wird von Ted Hood geführt, der von Morgan Stanley kommt. Das eigentliche Portfoliomanagement ist an die unabhängige Anlagegesellschaft Assenagon ausgelagert. Hans Günther Bonk und Vassilios Pappas führen den Finanzdienstleister. Beide hatten Anfang des Jahrtausends den ersten deutschen ETF-Anbieter Indexchange aus der Taufe gehoben. Insgesamt zehn Anbieter waren als Portfoliomanager in die engere Wahl gekommen. Zuletzt war State Street ausgeschieden.

Die Source-Produkte basieren auf sogenannten Swaps. Der ETF hält beispielsweise beim Euro Stoxx 50 nicht die im Index enthaltenen Aktien, sondern Staatsanleihen der G7-Industrieländer. Im Tausch (Swap) damit garantiert der Swappartner, hier die drei Gründerbanken, die Wertentwicklung des entsprechenden Indexes. Analog sind die ETCs konstruiert, die sich auf S&P GSCI-Messlatten beziehen.

Die Handelsplattform Xetra der Deutschen Börse soll für Source der einzige Marktplatz im EuroRaum bleiben. Damit will der Anbieter eine Aufsplittung der Marktliquidität auf verschiedene Plätze vermeiden. Eine möglichst hohe Liquidität ist aus Investorensicht wünschenswert, um die von den Market Makern gestellten Kauf- und Verkaufspreise in möglichst enger Spanne zu halten. Market Maker sind hier die drei Gründerbanken.

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