Sparinvest
Russland bringt den Osteuropa-Fonds Erfolg

Im Herbst 1990 ging mit dem Danubia-Invest der österreichischen Sparinvest der weltweit erste Fonds für Osteuropa-Aktien ins Rennen. Damals dachte in Deutschland - knapp ein Jahr nach dem Fall der Berliner Mauer - noch kein Anbieter daran, es den Wiener Pionieren nachzutun.

HB HAMBURG. Im Nachhinein betrachtet zu Recht: Bis 1993 ging es für den Danubia-Invest nahezu stetig bergab. Ab 1996 lohnte es sich dann allerdings für die Fondsanleger, auf der Privatisierungsparty im Osten mitzufeiern.

Immerhin: Der 2004 in Espa Stock Europe Emerging umbenannte Danubia-Invest blieb beharrlich auf Kurs, und im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich landete er mit einem Plus von 87,06 Prozent unter mittlerweile 44 Osteuropa-Fonds mit deutscher Vertriebszulassung sogar auf Rang eins (Tabelle). "Dieses gute Ergebnis geht zum Großteil auf die hohe Gewichtung Russlands im zweiten Halbjahr 2005 zurück", erläutert Espa-Manager Harald Gallob. Er investiert in Russland aktuell 63 Prozent des Fondsvermögens und sieht dort im Vergleich etwa zu Polen und Ungarn das größte Potenzial. Darüber hinaus erwartet Gallob in den kommenden Monaten vor allem in Rumänien und Bulgarien weitere Kursgewinne. "Die Aufmerksamkeit für diese Märkte nimmt angesichts des EU-Beitritts im kommenden Jahr bereits zu", so Gallob, der beide Länder derzeit mit rund zehn Prozent gewichtet.

Etwas skeptischer beurteilt die britische Investmentgesellschaft Schroders die Perspektiven russischer Aktien. Sie zeichnet für das Management des bei der österreichischen Allianz Invest aufgelegten Siemens Equity Eastern Europe verantwortlich. Dementsprechend ist der Fonds in Russland schwächer positioniert. "Aktuell sind es 47 Prozent, zweitgrößte Länderposition ist die Türkei mit rund 19 Prozent", erläutert Wolfgang Herold, Produktverantwortlicher für den Siemens-Fonds, der mit einem Wertzuwachs von 83,49 Prozent Rang zwei seiner Vergleichsgruppe belegt.

Espa-Manager Gallob ist dagegen derzeit überhaupt nicht in der Türkei investiert - ein Grund, warum Eric Wiese die Erfolge und Portfolio-Aufstellung des Espa-Fonds skeptisch beurteilt: "Ich rate eher zu einer breiteren Länder-Streuung, die auch die Türkei mit einschließt", so der Geschäftsführer des Geldanlage-Centrums in Hamburg. Wiese hält bei einem Osteuropa-Fonds einen Russland-Anteil von maximal 50 Prozent für sinnvoll, damit das Länderrisiko überschaubar bleibt. Obwohl der Siemens Equity Eastern Europe diese Voraussetzung erfüllt, bleibt der Fondsexperte aber auch bei diesem Fonds skeptisch. Er wertet das externe Management als Nachteil, denn "häufig werden diese Fonds weniger engagiert betreut als hauseigene Produkte".

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