Sparkasse Biberach und Squad Capital sehen Kaufchancen
Manager von Europa-Fonds setzen auf Deutschland

Wir können alles - außer hochdeutsch, werben die Schwaben für ihre Wirtschaft. In Sachen Fonds beweisen sie gerade ihr Geschick. Der von der Kreissparkasse Biberach in Oberschwaben initiierte "Universal-Shareconcept BC I" führt aktuell mit einem Minus von 0,07 Prozent die Zwölf-Monats-Statistik von 99 auf europäische Nebenwerte spezialisierten Aktienfonds an.

HAMBURG. Kurt Hardt, Leiter des Asset-Managements der Sparkasse, erklärt den Erfolg mit der Abnabelung des Fonds von Referenzindizes wie Dax und EuroStoxx. Das Biotechnikunternehmen Biotest, mit 8,4 Prozent die größte Position im Portfolio, weise auf Jahresfrist lediglich eine Korrelation von 0,35 auf. Bei der Container-Terminal-Gruppe Eurokai, siebtgrößte Fondsposition mit 4,9 Prozent, liege diese Kennzahl nur bei 0,13. "Eine Cashquote von zwischenzeitlich 20 Prozent hat uns zusätzliche Performancepunkte gerettet", sagt der Fondsberater. Die Barreserven sollen nun für Käufe genutzt werden. Doch Hardt bleibt vorsichtig: "Die Volatilität dürfte hoch bleiben." Die Bodenbildung werde wohl noch einige Wochen dauern.

Auch Christian Struck geht von weiter volatilen Märkten aus. Er berät die bei Axxion in Luxemburg aufgelegte Fondsfamilie Squad Capital. In der aktuellen Statistik belegt der Squad Value Rang zwei, der Squad Growth Rang vier. "Beim Value-Fonds konnten wir mit VMR und Essanelle Hair Group zwei große Positionen bei Übernahmeangeboten mit hohen Gewinnen abgeben", sagt Struck.

Die Anlagestrategien der beiden Fonds unterscheiden sich trotz der ähnlichen Performance stark voneinander. Beim Value-Fonds sind die Bewertung unter Eigenkapital, das Geschäftsmodell und besondere Ereignisse wie Übernahmen entscheidend. In den Growth-Fonds kommen Aktien mit überdurchschnittlichen Wachstumsaussichten, angeschlagene Firmen mit lösbaren Problemen sowie selektiv Neuemissionen. In der Vergangenheit haben sich die Bestände der Fonds zu rund 25 Prozent überschnitten, derzeit liegt diese Quote bei etwa 40 Prozent. "Viele Aktien haben gerade Growth- und Value-Eigenschaften. Sie sind niedrig bewertet und haben ein wachstumsstarkes Geschäftsmodell", erklärt Struck.

Etwas haben die beiden Squad-Fonds mit dem Universal-Shareconcept gemeinsam: Sie sind stark im deutschsprachigen Raum investiert. "Das kam ihnen zugute", sagt Rüdiger Sälzle. Zudem bescheinigt der Geschäftsführer des Münchener Analysehauses Fondsconsult dem Universal-Fonds sowie dem Squad Value eine geringere Schwankungsanfälligkeit als anderen europäischen Nebenwerte-fonds: "Der Squad Growth liegt leicht darüber, aber noch in einem guten Bereich."

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