Spezialisierte Anlagestrategien
Zinswende bereitet kaum Probleme

Steigende Zinsen und damit einhergehende Kursverluste an den Anleihemärkten, das ist für einen Rentenfondsmanager im Allgemeinen das wichtigste Risiko, das es in den Griff zu bekommen gilt. Nicht so für Ulrich Teutsch.

HAMBURG. Ulrich Teutsch, Manager des Adig Adireth von Cominvest, konzentriert sich darauf, die steuerpflichtigen Erträge seines Fonds auf ein Minimum zu reduzieren. Deshalb besteht das Vermögen in erster Linie aus Wandelanleihen, Genussscheinen und unter dem Nennwert gehandelten Anleihen. "In diesen Marktsegmenten gibt es kaum Langläufer, die Auswirkungen der jüngsten Zinserhöhungen halten sich also in Grenzen", begründet Teutsch, warum der Adireth im aktuellen Zwölf-Monats-Vergleich von 236 Euro-Rentenfonds mit einem Zuwachs von 2,05 Prozent deutlich besser abschneidet als der Durchschnitt der Vergleichsgruppe (Tabelle).

Das Ergebnis sähe noch besser aus, wenn es Teutsch auf der Zielgeraden nicht doch noch erwischt hätte. Im Mai verbuchte der Adireth ein Minus von 0,79 Prozent, weil die kräftigen Einbrüche an den Aktienmärkten nicht ohne Auswirkungen auf die enthaltenen Wandelanleihen blieben. "Wir haben die Gewichtung dieses Blocks in den vergangenen Wochen aber von 20 auf 16 Prozent reduziert", erläutert der Cominvest-Manager.

Mit einem Anteil von 23 Prozent stellen jetzt Genussscheine den größten Anteil am Portfolio. Deren Erträge fließen den Anteilseignern des Adireth in der Regel komplett ohne Steuerabzug zu. Insgesamt waren Teutsch zufolge in der Vergangenheit im Durchschnitt über 90 Prozent des Wertzuwachses steuerfrei.

Ein noch besseres Ergebnis als der Adireth erzielte in den vergangenen zwölf Monaten lediglich der FT ABS-Plus von Frankfurt Trust. Das Kürzel ABS steht für Asset Backed Securities und bezeichnet durch Verbriefung handelbar gemachte Forderungen beispielsweise aus Kundenforderungen und Kleinkrediten.

"ABS-Konstruktionen weisen nur eine sehr niedrige Korrelation zu den traditionellen Anlageklassen auf", betont FT-Managerin Claudia Röring und nennt als weiteren Vorzug die gegenüber Staatsanleihen höhere Verzinsung.

Da es sich um ein Bündel verschiedener Forderungen handele, sei das Ausfallrisiko eines ABS aber deutlich geringer als bei einer traditionellen Unternehmensanleihe. Gleichwohl mischt Röring ihrem Portfolio aus Liquiditätsgründen auch derartige Papiere bei.

Die weiteren Aussichten für den ABS-Markt sieht Röring positiv. "Die Nachfrage ist unverändert hoch", so die FT-Managerin. Obwohl ihr Fonds bis Ende Mai lediglich 0,4 Prozent zulegte, erwartet sie für 2006 ein Gesamtergebnis von etwa 2,5 Prozent.

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