Spezialisierte Indizes
Am Anfang der Kette

Die Möglichkeiten neuartiger Swap-basierter ETFs und die stärkere Fokussierung auf Renten-, Kredit- und Geldmärkte sorgt für einen Boom der Indexfonds. Davon profitieren auch die Indexanbieter. Die Anzahl und Spezialisierung neuer Indizes nimmt rasant zu.

HB. Ursprünglich waren Indizes gedacht, um die Entwicklung von Märkten transparent zu machen. Doch längst ist eine weitere Funktion hinzugekommen: Indizes dienen Anlagestrategen als Basiswerte für Zertifikate oder Indexfonds, kurz ETFs. Was dabei häufig übersehen wird: Auch die Anbieter von Indizes verdienen durch Lizenzgebühren kräftig mit. Sie stehen am Anfang der Verwertungskette - ohne Indexkonstrukteure kein Indexfonds.

Mehr als eine Milliarde Dollar könnten die unabhängigen Indexanbieter nach einer Prognose der amerikanischen Research-Gesellschaft Tabb Group in diesem Jahr erzielen. Demnach gibt es mittlerweile weltweit rund 48 000 Indizes, aber nur rund 40 000 börsennotierte Unternehmen. Täglich nimmt die Zahl der verfügbaren Indizes zu.

Dabei gibt es einige markante Trends: Nach Einschätzung von Deutsche Bank Research wird es zum einen weitere Strategieindizes wie Short-Indizes und aktive Indizes geben. Besonders die Möglichkeiten neuartiger Swap-basierter ETFs werde die Einführung neuer Produkte beschleunigen. Zum anderen sei eine stärkere Fokussierung auf Renten-, Kredit- und Geldmärkte wahrscheinlich. Vor allem Pensionskassen dürften verstärkt in Rentenindizes investieren.

Egal, ob Renten- oder Geldmarkt - die Indexanbieter zimmern für jeden Trend das passende Börsenbarometer. Zu den großen Anbietern gehören FTSE, MSCI und S&P sowie Dow Jones/Stoxx. Daneben haben auch die Börsenbetreiber das Geschäft mit den Indizes entdeckt.

Allein die Deutsche Börse berechnet mehr als 2 300 Indizes. Darunter sind die großen aus der Dax-Familie, aber auch viele, die eigens auf die Bedürfnisse von Fondshäusern und Banken zugeschnitten werden.

Im vergangenen Jahr hat die deutsche Börse mehr als zehn solcher maßgeschneiderter Indizes aufgelegt: etwa den World Luxury Index für die BNP, die CitiFX-Indizes für die Citibank und den Infrax Infrastructure Index für Berenberg Private Capital und Goldman Sachs.

Wie viel das Indexgeschäft einbringt, verraten die Anbieter nicht gern. Im Segment Market Data & Analytics der Deutschen Börse, dessen Umsatz 2007 bei knapp 170 Millionen Euro lag, machen Lizenzgebühren für Indizes nach Schätzungen noch nicht den Löwenanteil aus.

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