Spezialisiertes Segment europäische Nebenwerte
Europa-Fondsmanager geben sich vorsichtig

Im Vergleich der in Nebenwerten investierenden Fonds steht ein früherer Mitarbeiterfonds an der Spitze. Bei Aktien aus der zweiten Reihe stehen defensive Werte im Vordergrund: Der Marktausblick bei den Managern bleibt vorsichtig.

HAMBURG.Statt des vielfach üblichen "Smaller Companies" findet sich im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von in europäischen Nebenwerten investierenden Fonds unter den Spitzenreitern ein buntes Gemisch an Bezeichnungen wie Squad, Esprit, Entrepreneurs, Shareconcept (siehe Tabelle). Beim führenden Universal Shareconcept von Universal Investment etwa geht der Name auf den Ursprung als Mitarbeiterfonds zurück. "Bei der Auflage konnten dort nur Mitarbeiter der Kreissparkasse Biberach investieren, mittlerweile steht der Fonds aber auch anderen Anlegern offen", sagt Michael Münch, der den Fonds gemeinsam mit Kurt Hardt betreut.

Dass ausgerechnet ein Mitarbeiterfonds in ein vergleichsweise spezialisiertes Segment wie europäische Nebenwerte investiert, begründet Münch mit der Expertise der Kreissparkasse: "Wir setzen den Schwerpunkt auf die Analyse kleiner und mittlerer Unternehmen, die vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum stammen." Dies spiegelt sich auch in der Zusammensetzung wider: Allein 40 Prozent des Portfolios stecken in deutschen Aktien, hinzu kommen Titel aus der Schweiz mit 18 und aus Österreich mit zwölf Prozent.

Dieser regionale Anlageschwerpunkt hat sich Münch zufolge in den zurückliegenden zwölf Monaten als Vorteil erwiesen. Auf Einzeltitelebene habe vor allem das Pharmaunternehmen Biotest zum Erfolg beigetragen. Diese Aktie halten die Sparkassenmanager aktuell mit einer Gewichtung von 8,3 Prozent als Top-Position. An eher defensiv ausgerichteten Unternehmen wie diesem Pharmawert will Münch angesichts der unsicheren Marktlage vorerst festhalten.

Vorsichtig fällt auch der Marktausblick von Jordan Cvetanovski aus: Der Manager des auf Rang drei liegenden Carmignac Euro-Entrepreneurs sieht aktuell ebenfalls eher in defensiven Branchen Potenzial, darunter bei Versorgern und Lebensmittelkonzernen. Anders als Hardt und Münch verfolgt der Manager der französischen Gesellschaft Carmignac jedoch keinen einzeltitelorientierten Ansatz, sondern stellt in der Regel die Branchenentwicklung an den Anfang der Investmentanalyse. Wie es zudem der französische Name "Entrepreneurs" andeutet, setzt Cvetanovski schwerpunktmäßig auf Unternehmen, die inhabergeführt sind oder bei denen Aktionäre sich aktiv an der Unternehmensleitung beteiligen.

"Der Anteil dieser Unternehmen liegt im Schnitt bei 60 bis 70 Prozent", erläutert er. Anders als beim Universal Shareconcept gehören auch Russland, die Türkei und die Schweiz zu seinen Zielregionen, die Cvetanovski aktuell zusammen mit rund zehn Prozent gewichtet.

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